Gold: Darum erwarten Experten jetzt weit höhere Preise

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Der Goldpreis hat zuletzt wieder etwas nachgegeben. Dennoch rechnen Experten mit einer Herbstrally. Das hat viele Gründe. Hier mehr dazu: (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Der Goldpreis hat nach seinem Durchbruch, der ihn über die Marke von 1.300 Dollar je Feinunze gehievt und dann gleich auf bis zu 1.350 Dollar katapultiert hat, zuletzt wieder etwas nachgegeben.

Diesmal näherte sich der Goldpreis der 1.300er-Marke im Rückwärtsgang an. Doch das muss für Anleger nichts Schlechtes bedeuten.

Kleinere Rücksetzer vor der Rally – Das ist normal

Denn kleinere Rücksetzer sind, gerade beim Goldpreis, normal – bevor dann die richtige Rally einsetzt. Das zeigt ein Blick auf die Historie der Preis-Entwicklung des Edelmetalls.

Nicht wenige Experten halten einen wesentlich höheren Goldpreis für realistisch, und statistisch betrachtet beginnt gerade jetzt die heiße Phase.

In den Herbstmonaten und in der Vorweihnachtszeit steigt der Goldpreis durchschnittlich am stärksten.

Und die wirtschaftlichen, geldpolitischen sowie geopolitischen Umstände begünstigen einen steigenden Goldpreis derzeit auf zahlreichen Ebenen.

Donald Trump, der Goldtreiber

Kurioserweise ist es ausgerechnet Donald Trump, dessen Wahlsieg zum US-Präsidenten im vergangenen November den Goldpreis zunächst auf Talfahrt geschickt hatte, der nun zu einem der wichtigsten Goldtreiber wird.

Geopolitisch haben die Risiken mit dem Einzug Trumps ins Weiße Haus erheblich zugenommen.

Das immer lauter werdende Säbelrasseln zwischen Washington und Pjöngjang hat letztlich den Ausschlag gegeben, dass der Goldpreis zuletzt den Sprung über die 1.300er-Hürde geschafft hat.

Wirtschaftlich läuft es bei Weitem nicht so gut, wie ursprünglich erhofft; die Staatsverschuldung steigt, die Zinsen eher nicht. Auch das begünstigt einen höheren Goldpreis.

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Dass wegen der Gesamt-Entwicklung auch der Dollar im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen wie dem Euro oder auch dem japanischen Yen immer mehr schwächelt, spielt gerade hiesigen Investoren zusätzlich in die Hände.

Denn Gold wird stets in Dollar notiert und ist daher für Euro-Anleger gerade umso günstiger zu haben.

Viel Bargeld, wenig Substanz – Das ist gut für den Goldpreis

Dass den Notenbanken seit der Finanzkrise nichts Besseres einfällt, als die Gelddruckmaschinen anzuwerfen und somit die Bargeldmenge unverhältnismäßig stark ansteigen zu lassen, schürt die Angst vor Inflation und Geld-Entwertung.

Anleger suchen immer mehr nach sicheren Alternativen, und Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen zur Absicherung des eigenen Vermögens.

Eine Depot-Beimischung von 5 – 15% wird allgemein empfohlen, die meisten Experten sprechen sich für etwa 10% Gold im Portfolio aus.

Nicht zuletzt sprechen auch charttechnische Faktoren dafür, dass der Goldpreis weiter in die Höhe schnellt:

Mit dem Sprung auf bis zu 1.350 Dollar hat das Edelmetall gleich mehrere charttechnische Hürden überlaufen. Eine Rally scheint daher nicht unwahrscheinlich.

Die Nachfrage aus Schwellenländern, allen voran China und Indien, ist zudem weiterhin stark. Und neben Investoren decken sich auch die Notenbanken wieder vermehrt mit Goldbarren ein:

Erst kürzlich hat die Bundesbank bekanntgegeben, einen großen Teil deutscher Goldbestände inzwischen in Frankfurt zu bunkern. Der Startschuss für die nächste Rally kann jeden Tag fallen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.