Gold, Silber, Platin: Die individuellen Schwächen

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Die Edelmetalle stehen seit einigen Wochen kollektiv unter Druck. Gold kommt dabei noch am glimpflichsten davon. (Foto: VladKK / shutterstock.com)

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Auch andere Edelmetalle wie Silber oder Platin können aus Anlegersicht interessant sein. Allerdings unterliegen sie häufig stärkeren Schwankungen, da sie im Vergleich zum Gold eine wesentlich größere Rolle als Industriemetalle spielen.

Dementsprechend wirkt sich die Konjunkturentwicklung deutlicher auf die Preisentwicklung aus, während Gold – neben der Kunst- und Schmuckverarbeitung – vor allem der Absicherung von Vermögenswerten und Ausbalancierung des Anlagedepots genutzt wird.

Die Unterschiede in der Bewertung werden beim Blick auf den Preisverlauf der vergangenen Monate besonders deutlich: Der Goldpreis hat zuletzt im Dezember kräftig zugelegt und pendelt seit Anfang des Jahres innerhalb eines relativ begrenzten Korridors zwischen etwa 1.320 und gut 1.350 Dollar auf und ab.

Goldpreis: Volatile Seitwärtsbewegung

Kurzzeitige Ausschläge nach oben oder unten sind dabei häufig geprägt durch die tagesaktuelle Nachrichtenlage. Spitzen sich geopolitische Konflikte zu oder geraten die Aktienmärkte unter Druck, tendiert der Goldpreis nach oben. Ein erstarkender US-Dollar oder steigende Zinsen hingegen lassen die Goldnotierung sinken.

Unterm Strich befindet sich der Goldpreis jedoch seit vier Monaten in einer leicht volatilen Seitwärtsbewegung, wobei die Feinunze zuletzt wieder eher am unteren Ende der Spanne bei rund 1.300 Dollar notierte.

Silber: Deutlich hektischer

Die Silberkurve verläuft im Vergleich dazu etwas hektischer. Der Silberpreis verzeichnet traditionell etwas höhere Ausschläge und konnte sich im April noch einmal aufbäumen, ehe die Bären wieder die Oberhand gewannen und den Silberpreis zuletzt wieder unter Druck setzten.

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Die in den vergangenen Tagen bekanntgewordenen eingetrübten Konjunkturaussichten dürften dem Industriemetall zusätzlich zugesetzt haben, das Anfang Mai etwa 3 Prozent niedriger notierte als noch vor einem Jahr.

Platin: Seit Monaten bergab

Eine deutliche Abwärtsbewegung verzeichnete hingegen die Platinkurve: Nach einem fulminanten Ausbruch von einem Tiefstwert unter 900 Dollar im Dezember auf mehr als 1.000 Dollar Ende Januar ging es zunächst ein Stück weit abwärts, ehe der Platinpreis im Februar eine erneute Spitze erreichen konnte.

Seither jedoch geht es kontinuierlich bergab. In den vergangenen drei Monaten hat Platin fast 10 Prozent an Wert verloren, eine nachhaltige Gegenbewegung ist bislang nicht erkennbar.

Anleger, die beispielsweise auf Zertifikate jenseits der klassischen Goldwerte setzen, sollten die komplexen Einflussfaktoren berücksichtigen, denen die Bewertungen anderer Edelmetalle häufig ausgesetzt sind.

Balance fürs Depot

Grundsätzlich gilt, dass Rohstoffinvestments eine sinnvolle Ergänzung zu einem ausgewogenen Anlagedepot darstellen, das Engagement in Aktien aber nicht vollständig ersetzen sollten. So empfehlen Experten seit jeher etwa eine Goldbeimischung von etwa 10 Prozent, um Schwankungen an den Aktienmärkten innerhalb des individuellen Anlagedepots ausgleichen oder zumindest abfedern zu können.

Geraten die Aktienmärkte unter Druck, flüchten viele Anleger traditionell in Richtung Gold, das auch nach Jahrtausenden als „sicherer Hafen“ gilt, der vor Totalverlust schützt.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.