Goldnachfrage steigt: Hier die 3 Gründe

Nicht nur Privat-Anleger, sondern auch Staaten wie China, Indien, Russland oder die Türkei setzen wieder vermehrt auf Gold. Hier mehr dazu: (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Der Goldpreis folgt in diesem Jahr einer stetigen Auf und Ab-Bewegung und pendelt bislang im Rahmen zwischen 1.200 und 1.300 US-Dollar je Feinunze.

Gold steht hoch im Kurs

Zuletzt hatte sich die Lage am Goldmarkt wieder erholt, der Preis zog an: Die Feinunze notierte knapp unterhalb der 1.300-Dollar-Marke.

Beobachter rechnen jedoch damit, dass ein Ausbruch nach oben in absehbarer Zeit immer wahrscheinlicher wird.

Die wichtigsten Gründe für einen steigenden Goldpreis sind demnach:

  • die zögerliche Zinspolitik der Notenbanken; insbesondere in Europa,
  • die starke Nachfrage der größten Goldabnehmer China und Indien
  • sowie das steigende Interesse mehrerer Schwellenländer an Investitionen in das glänzende Edelmetall.

Wie aus dem Bericht des World Gold Council (WGC) zum zweiten Quartal hervorgeht, haben Anleger wieder verstärkt auf physisches Gold und ETF-Investitionen gesetzt.

Mit 92,4 Mrd. US-Dollar befanden sich die Gold-ETF-Bestände weltweit auf dem höchsten Niveau seit dem vergangenen Oktober.

Niedrige Zinsen, schwacher US-Präsident

Als Grund hierfür wird v. a. das anhaltende Niedrigzins-Umfeld verantwortlich gemacht, das bekanntlich dazu beiträgt, Gold anderen Anlageformen vorzuziehen.

Zwar verursacht physisches Gold Lagerungs-Kosten und wirft selbst weder Zinsen noch Erträge ab.

Doch zumindest Zinsen sind in anderen Investitionsformen derzeit auch kaum zu finden. Hinzu kommt die anhaltende Schwäche des US-Dollars und die Unberechenbarkeit Donald Trumps.

Der konnte von seinen vollmundigen Wahlversprechen bislang kaum etwas umsetzen. Nein, stattdessen ist er seit seinem Amtsantritt vor gut 1/2 Jahr vor allen Dingen damit beschäftigt Personal auszutauschen und mit Skandalen zu jonglieren.

Schuldenwachstum läuft aus dem Ruder – das ist gut für den GoldpreisDie globalen Schulden steigen immer weiter an. Das ist auf jeden Fall ein positives Signal für die langfristige Entwicklung des Goldpreises.  › mehr lesen

Die Ereignisse rund um Charlottesville am vergangenen Wochenende haben dabei einen weiteren Tiefpunkt seiner Amtszeit markiert.

Zentralbanken der Schwellenländer decken sich ein

Doch nicht nur die Geschehnisse in den USA haben nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises.

Die Goldnachfrage aus China und Indien ist nicht nur stabil, sondern hat sich im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum deutlich um 56 bzw. 26% gesteigert.

Zumindest in Indien wird dies jedoch auch mit Blick auf eine Steuer-Reform begründet, die die Mehrwertsteuer auf Goldgeschäfte zuletzt erhöht hat.

Es ist also gut möglich, dass viele sich zuvor noch einmal günstig eindecken wollten. Last but not least haben auch weitere Schwellenländer ihre Lust auf das Edelmetall neu entdeckt.

In der Türkei haben insbesondere die jüngsten politischen und wirtschaftlichen Unruhen dazu beigetragen, dass Anleger vermehrt in Gold investieren.

Immerhin gilt das Edelmetall nach wie vor als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. Auch die türkische Regierung hat ihre Goldreserven im abgelaufenen Quartal deutlich aufgestockt um 21 t.

Ähnliche Bewegungen sind in Russland zu verzeichnen, wo die Zentralbank den Goldanteil ihrer Gesamt-Einlagen auf 17% erhöht hat.

Allein im 2. Quartal hat Russland mehr als 35 t Gold erworben. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Das Edelmetall ist wieder stärker gefragt, nicht nur bei Kleinanlegern, sondern auch bei Staaten.

Die unsichere geopolitische Gesamtsituation trägt dazu bei, dass der Goldpreis demnächst nach oben ausbrechen könnte.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.