Gold: Steigt der Goldpreis wegen Jamaika-Aus?

Der Goldpreis wird durch politische Krisen befeuert. Kommt keine GroKo zustande, könnte die Nachfrage entsprechend kräftig anziehen. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Eine Krise kommt bekanntlich selten allein…

Es war ein politischer Paukenschlag, als Christian Lindner am vergangenen Donnerstag vor die versammelten Pressevertreter trat und folgendes verkündete:

Seine Partei, die FDP, sehe die 4-wöchigen Sondierungs-Gespräche rund um eine schwarz-gelb-grüne Koalition für gescheitert an und stehe für eine Fortsetzung der Verhandlungen nicht länger zur Verfügung.

Eine ohnehin als inhaltlich schwierig und insges. unwahrscheinlich geltende Regierungs-Konstellation war damit abgeräumt.

Berlin stand plötzlich vor einem Vakuum – und die SPD vor großen Problemen, hatte man doch immer wieder betont, für eine Neuauflage der wenig geliebten „GroKo“ nicht zur Verfügung zu stehen.

Merkel geschwächt

In dieser Woche nun hat der Bundespräsident die Spitzen aller betroffenen Parteien einzeln zu sich eingeladen, um ihnen ins Gewissen zu reden.

Worauf das Ganze hinauslaufen wird – Minderheits-Regierung, Neuwahl oder Große Koalition – ist derzeit noch völlig offen. Fest steht lediglich:

Das politische System der Bundesrepublik steht vor einer Bewährungsprobe, wie es Bundestags-Präsident Wolfgang Schäuble formulierte. Eine Staatskrise möchte er indes ausdrücklich (noch) nicht erkennen.

Doch die innenpolitische Schwächung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die es nicht schafft eine Regierungs-Mannschaft zusammenzustellen, hat auch außenpolitische Folgen:

  • Die Europa-Politik liegt brach.
  • In Paris wartet Emmanuel Macron auf Signale zur deutsch-französischen Zusammenarbeit.
  • Und mächtige Männer von Trump über Erdogan bis Putin dürften Merkel als Gegenspielerin nun wohl weniger ernst nehmen.

Anleger setzen auf Gold – insbesondere deutsche

Als hätte die Welt nicht schon Krisen genug…

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Die Zuspitzung zwischen Nordkorea und den USA oder auch die angespannte Lage in der Golf-Region sind nur 2 besonders prägnante Beispiele, wo es auf der Welt gerade brodelt und rumort.

Und so ist es auch kein Wunder, dass in diesen Zeiten die Nachfrage nach Gold anzieht.

Gerade deutsche Anleger setzen vermehrt auf das Edelmetall, stärker als in anderen westlichen Industrie-Nationen sind Goldfans hier versammelt.

Eine Beimischung von 5 – 15% im Depot gilt als sinnvolle Vermögens-Absicherung, da sich der Goldpreis oftmals konträr zu Aktienmärkten oder auch dem US-Dollar als Leitwährung verhält.

Anstatt selbst Münzen oder Barren zu kaufen und sich anschließend um deren Lagerung zu kümmern, können Anleger auch ganz bequem physisch hinterlegte Wertpapiere erwerben.

Xetra Gold gilt dabei hierzulande als besonders beliebt.

Droht eine veritable Staatskrise?

Wer hingegen das Risiko nicht scheut, den Nervenkitzel liebt und im Gold-Segment nicht nur Absicherung sieht, sondern Rendite erwirtschaften will, kann auch auf Aktien von Goldminen-Betreibern setzen.

Denn diese profitieren bei steigenden Goldpreisen besonders.

Je nachdem, wie das Koalitions-Gezerre in Berlin ausgeht, könnte es schon bald wieder rasant aufwärts gehen mit der Gold-Nachfrage.

Das Vertrauen vieler Beobachter in eine mögliche Minderheits-Regierung ist gering – und was womöglich bei Neuwahlen herauskommen könnte, steht in den Sternen.

Kommt es nicht zur Neuauflage der GroKo, dann wäre sie wohl unweigerlich da, die Staatskrise – und mit ihr der nächste Run auf die Krisen-Währung Gold.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.