Gold und EUR/USD im Chartcheck

gold

Die Notenbanken steuern die Show. Welche Währung kann schneller abwerten und wie viel Geld kann noch in die Märkte gepumpt werden? Doch wo ist das Ende? (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Gold hat bislang einen richtig rosigen Sommer. Ende Mai gab es den Startschuss für eine extrem starke Rallye. Erstmals haben wir auch seit langer Zeit wieder Kurse über 1.500 US-Dollar gesehen. Gold zeigt schön, wie unsicher die aktuelle Lage ist, möchte man meinen. Die Aktienmärkte verstecken dies noch hervorragend.

Was zeigt uns der Goldchart?

Bei 1.550 US-Dollar angekommen, gab es gestern und heute Nacht deutliche Rücksetzer. Wir sind schnell um 50 US-Dollar gefallen. Das ist typisch Gold. Hoch geht es meistens eher beschwerlich und runter dann in einem großen Satz. Die Sommerrallye zeigte aber auch, dass es Ausnahmen gibt. Hier sind wir zwischenzeitlich auch schnell nach oben gesprintet. Doch wie geht es jetzt weiter mit dem Goldpreis?

Bei 1.500 US-Dollar gibt es definitiv einen soliden Widerstand. Daran sind die Kurse heute auch nach oben abgeprallt. Die vielen Tagen im August zeigen uns auch, dass Kurse unter 1.500 US-Dollar erst einmal nicht gewollt sind. Hier setzten immer wieder Käufe ein.

Ganz so sicher können wir aber noch nicht sein. Beim Gold sowieso nie. Es kann auch noch einmal schnell einen Rücksetzer Richtung 1.400 US-Dollar und etwas darunter geben.  Dort gibt es auch noch Widerstände, die Sicherheit suggerieren. Dass wir bald aber schon wieder im Bereich unter 1.300 US-Dollar notieren, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Das Umfeld passt einfach für Gold: Wirtschaftlicher Abschwung weltweit, viele internationale Krisenherde und wackelige Währungen sind ein Garant dafür, dass es mit dem Edelmetall aufwärts geht.

Jetzt ist natürlich nur die Frage, wie weit kann Gold steigen? Sie können hier in den nächsten Jahr durchaus neue Allzeithochs sehen. Also wundern Sie sich nicht, wenn Gold über 2.000 US-Dollar notiert.

Zukünftigen Rückenwind gibt es außerdem vom US-Dollar. Der ist in den vergangenen Monaten sehr stark gewesen. Wenn der Dollar irgendwann auch einmal schwächeln darf, kommt das dem Goldpreis natürlich zusätzlich zu gute. Insofern haben wir definitiv Luft nach oben, was den Preis angeht. Zwischenzeitliche spontane Rücksetzer inklusive.

Chartcheck: Euro gegen den US-Dollar

Dass der Euro schon einmal bessere Zeiten gesehen hat, ist Ihnen sicherlich bewusst. Schauen wir uns den Chartverlauf von einem Jahr an. Eine Kerze steht für einen Tag. Vor rund einem Jahr waren wir noch im Bereich 1,17. Mittlerweile lagen wir sogar kurzzeitig unter 1,10!

Der Abwärtstrend im Währungspaar EUR/USD ist eindeutig. Wer hier auf steigende Kurse setzt, sollte nur kurzfristig investiert sein. Genug Action gibt es im Währungsmarkt natürlich immer. Insofern können auch Gegenbewegungen gespielt werden. Doch es muss schon viel passieren, dass der aktuelle Trend endet. Der Euro wird weiterhin von den Notenbanken geschwächt. Negativzinsen sind das eine – Draghis Bazooka ist auch schon wieder geladen.

Dagegen hält sich die FED noch zurück. Ohne fallende Leitzinsen bleibt der US-Dollar stark und bietet für Anleger neue Chancen auf weiter fallende Kurse bei EUR/USD zu setzen. Im Chart sehen Sie in Blau eingezeichnet die EMA 200. An dieser gewichteten Durchschnittslinie der letzten 200 Tage hangeln sich die Kurse sehr konsequent nach unten. Sollte diese Linie also zukünftig nachhaltig überwunden werden, ist eine Trendumkehr möglich. Bis dahin werden Importe aus den USA teurer und Exporte in die USA günstiger.

Wenn Sie das Währungspaar handeln möchten, achten Sie unbedingt darauf, zu welchen Uhrzeiten Notenbänker etwas sagen. Das treibt die Kurse ungemein. Und Vorsicht: Der Währungsmarkt ist extrem volatil. Sie sollten hier besonders auf Ihr Money Management achten und immer mit festen Stopps arbeiten.

gold

Gold wird weiter fallen: An diesem Punkten können Sie einkaufen gehen!1.640 US-Dollar wäre ein idealer Einstieg für die nächste Aufwärtsbewegung. Wenn wir Fibonacci fragen und Ziele projizieren, landen wir bei 2.260 bzw. 2.506 US-Dollar. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.