Gold und Öl steigen deutlich an nach US-Raketenangriff im Iran

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Drohnenangriff der USA auf den Iran. Gold und Öl werden über Nacht deutlich teurer. Beide sind allerdings jetzt in einem Bereich gefangen. Geht es wieder zurück? (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

So friedlich starten wir ins neue Jahr! Die USA haben den iranischen Generalmajor Soleimani heute Nacht durch eine Reaper-Drohne ausgeschaltet. Daraufhin sprangen sofort der Goldpreis aber noch mehr der Preis für Rohöl nach oben.

Die große Frage bleibt jetzt natürlich, ob und wie die Situation eskaliert. Der Iran macht bereits mobil – wenn auch in erster Linie nur moralisch – und schürt den Hass gegen die USA. Die haben wiederum ihr Säbelrasseln ausgeweitet und offiziell eine Brigade Fallschirmjäger in Richtung Iran versandt.

Beide Seiten wollen hoffentlich eine große Eskalation vermeiden. Trump braucht keinen neuen Krieg, um wiedergewählt zu werden. Kleine Randnotiz: Das hatte er damals Obama vorgeworfen. Einen Krieg mit Iran anzuzetteln, damit er die Wahl gewinnt.

Die Frage ist natürlich auch, was Israel zu dem Konflikt beisteuern kann. Beschießt der Iran statt den USA lieber einen US-Verbündeten wie Israel, so müsste Trump auch reagieren. Im Idealfall leckt jetzt Iran seine Wunden und das war es dann auch. Schlau genug sollten sie sein, dass sie einsehen, eine direkte Konfrontation mit den USA können sie nicht gewinnen.

Goldpreis im Chart Januar 2020

Gold ist an einer ganz wichtigen Widerstandszone. Hier können jetzt Rücksetzer auftreten, sofern der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sich nicht ausweitet. Wir befinden uns im Bereich des Jahreshochs von 2019. Diese Zone war 2011 und 2012 eine Unterstützung der Bullen. Hier wird auf jeden Fall viel Bewegung stattfinden. Eine eindeutige Richtung ist noch nicht absehbar.

Wer bereits unseren Tipp befolgt hat und vor Weihnachten auf einen steigenden Goldpreis gesetzt hat, kann jetzt schon ordentliche Gewinne mitnehmen. Ich habe heute mein Zertifikat mit über 200 Prozent Gewinn verkauft. Laufen lassen wäre auch eine Option, wenn Sie die Nerven dazu haben, dass Gold noch einmal Richtung 1.440 US-Dollar laufen könnte. Alternativ: Jetzt Gewinne kassieren und noch einmal einsteigen, wenn Gold z.B. die 1.570 US-Dollar per Tagesschluss überwinden kann oder falls es noch einmal wesentlich günstiger wird.

Hier sehen den Monatschart seit 2010, also die letzte Dekade. Eingezeichnet ist die angesprochene Widerstandszone, in der sich Gold jetzt befindet. Erst wenn wir darüber schließen, kann die Party beim Goldpreis weitergehen.

Starker Anstieg beim Rohöl

Im Tageschart sehen Sie WTI, das auch wie Gold in einer wichtigen Zone angekommen ist. Hier sind wir zuletzt im August wieder nach unten abgeprallt. Im Sommer 2019 gab es kurz einen Überschuss.

Auch hier ist die Tendenz, dass wir vorerst am oberen Limit angekommen sind. So gesehen hat Gold auch in diesem Jahr deutlich mehr Potential weiter zu steigen als Rohöl. Hier wäre es eher typisch, wenn Rohöl in den nächsten Monaten wieder nach unten läuft. Allerdings spielt der Iran hier jetzt eine entscheidende Rolle. Die Geopolitik gewinnt immer gegen die Saisonalität, also halten Sie nicht zu stark daran fest, dass Öl in den ersten Monaten des Jahres sonst eher schwächelt!

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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