Gold und Silber bleiben auf der Überholspur

Während die Aktienmärkte weiterhin nervös bleiben und wir daher auch in dieser Handelswoche eine klassische Schaukelbörse (rauf, runter – oder in umgekehrter Reihenfolge) erlebten, befinden sich die Edelmetalle in der Anlegergunst weiterhin auf der Überholspur.

So hat die Unsicherheit über die weltweite Konjunktur-Entwicklung die Nachfrage nach Gold nach oben getrieben.

Gold und Silber mit weiter steigender Nachfrage

Von Januar bis März 2016 wurden 1.290 t Gold nachgefragt. Das waren 21% mehr als noch im Jahr davor.

Auch börsengehandelte Gold-Indexfonds verzeichneten in den vergangenen Monaten nach den substanziellen Abflüssen der vorherigen 3 Jahre erstmals wieder Mittel-Zuflüsse.

Das heißt: Es floss unterm Strich erstmals seit Jahren wieder mehr Geld in börsengehandelte Gold-Investments.

Die derzeitige Angebots- und Nachfrage-Situation verspricht auch weiterhin gute Perspektiven für das Edelmetall.

Denn: Die Produktion macht aktuell rund 70% des Gesamt-Angebots aus und wird über Jahre sinken.

So haben die Goldminen-Gesellschaften ihre Investitionen seit dem Höchststand des Goldpreises im Jahr 2011 und dem folgenden Einbruch deutlich gesenkt.

Auch das Gold-Recycling, z. B. durch Einschmelzen von Zahngold oder Schmuck, das immerhin mit 30% am Gesamt-Angebot beteiligt ist, ist seit 2010 rückläufig.

Andererseits steigt das Interesse an Gold v. a. in China und Indien – seit einiger Zeit aber auch wieder in der westlichen Welt.

Gold mit einem Plus von mehr als 20% seit Dezember 2015

Seit einigen Monaten zeigen sich die guten Voraussetzungen für eine positive Goldpreis-Entwicklung dann auch am tatsächlichen Preis:

Der Goldpreis legte von Anfang Dezember 2015 bis heute um mehr als 20% zu. Einen derart starken Anstieg innerhalb weniger Monate gab es seit Jahren nicht mehr.

Und es spricht vieles dafür, dass das erst der Anfang ist. Wann genau wir einen Goldpreis von 2.000 US-Dollar sehen werden, weiß ich nicht.

Was ich jedoch weiß, ist, dass die Voraussetzungen für weiter steigende Goldpreise kaum besser sein könnten.

Denn ein wichtiges Argument aus der Vergangenheit gegen Gold ist aktuell nichts wert: Früher hieß es oft, dass Gold zwar sicher sei, aber keine Erträge abwerfe.

Mit anderen Worten: Anleger, die Gold kauften, mehrten ihr Vermögen nur dann, wenn der Goldpreis stieg.

Anleger, die auf Zinsanlagen setzten, mehrten ihr Geld dagegen, indem sie fortlaufend Zinsen kassierten.

Das ist heute anders: Wenn Sie z. B. auf vermeintlich sichere deutsche Staatsanleihen setzen, zahlen Sie sogar Geld dafür, dass Sie der Bundesrepublik Geld leihen.

Sie sehen: Die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend geändert.

Auch Silber mit einem deutlichen Plus

Was für Gold gilt, gilt in ähnlicher Form auch für das Edel- und Industrie-Metall Silber. Der Silberpreis legte von Dezember 2015 bis heute sogar um 25% zu.

Auch Silber profitiert von einer stärkeren Nachfrage und einem knapper werdenden Angebot.

13. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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