Gold und Silber im Depot: So viel sollte es sein

Edelmetalle wie Gold uns Silber gelten schon seit langem als sichere Investition. Wie viel Gold und Silber gehören nun aber in ein Depot? (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Nicht nur die Turbulenzen an den Börsen machen Edelmetalle für Anleger attraktiv. Auch die Sorge um Geldentwertung und Inflation. Edelmetalle gelten als sicherer Hafen.

Ich habe meinen Kollegen Dr. Erhard Liemen vom „Deutschen Wirtschaftsbrief“ gefragt: Wie viel sollte es denn sein? Welcher Anteil am Gesamtdepot sollte mit Gold und Silber aufgefüllt werden? Und vor allem: Was muss der Anleger beachten? Hier die Antwort des Experten.

Gold und Silber: Langfristig steigende Preise

Grundsätzlich gilt: Tatsächlich sind Edelmetalle in gewisser Hinsicht ein sicherer Hafen. Zwar ist zeitweise auch der Goldpreis gesunken, aber nur, weil private wie institutionelle Anleger ihr Geld aus allen Investments herauszogen.

Der Rohstoff Gold hat in den vergangenen Jahren beeindruckt: Mit einem Preis von nahezu 730 USD pro Feinunze erreichte der Goldpreis im Juni 2007 das höchste Niveau seit 1980.

Direkt danach kam es zu einem heftigen Absturz – der Goldpreis fing sich erst wieder bei 570 USD. Von da aus hat er mittlerweile die 600 USD-Marke wieder deutlich überschritten.

Tatsache ist: Schon zur Römerzeit wurde mit Gold bezahlt, und es ist nicht absehbar, dass sich das Vertrauen in diese Weltwährung in absehbarer Zeit grundlegend ändert. Als Anleger kennen Sie selbstverständlich das Gold in seiner reinen Form.

Den klassischen Goldbarren. Oder Goldmünzen wie den südafrikanischen Krügerrand. Problem bei dieser Gold-Anlage: Kaufspesen, sichere Verwahrung, Differenz zwischen An- und Verkaufskursen der Banken.

Heute ist ein Gold-Investment einfacher. Investmentzertifikate auf den Rohstoff Gold, andere Hebelpapiere – Als Basiswert dient jeweils der Preis der Feinunze Gold an einer Metall- oder Terminbörse.

Goldbarren werden zum Beispiel in London gehandelt. Weitere wichtige Goldbörsen: die New York Mercantile Exchange (NYMEX) oder das Chicago Board of Trade (CBOT

Was Silber angeht: Die Nachfrage steigt, die Vorräte sinken. Die Silberminen kommen derzeit mit der Produktion nicht nach. Das berechtigt ebenfalls zu der Hoffnung, dass der Silberpreis in den nächsten Monaten und Jahren steigen wird.

Faustregel zehn Prozent Edelmetalle im Depot

Üblicherweise sollten Anleger nicht mehr als 10 % des Depots in Edelmetallen anlegen, so die gängige Empfehlung. Silber hat durchaus Kurspotential.

Aber Achtung: Beim Kauf von Silbermünzen in Deutschland werden üblicherweise 7 % Mehrwertsteuer aufgeschlagen, bei Silber-Barren sind es sogar 19 %. Bei Feingold wird dagegen keine Mehrwertsteuer fällig, da es als offizielles Zahlungsmittel gilt.

Die richtigen Münzen

Wichtig: Kaufen Sie für Edelmetall-Investments stets nur Barren oder echte Geldanlagemünzen aus Feingold oder Feinsilber. Dabei ist gewährleistet, dass sie fast reines Gold oder Silber enthalten und nicht etwa eine Legierung mit geringerem Edelmetall-Anteil.

Gängige Goldmünzen sind beispielsweise der Wiener Philharmoniker (aus Österreich), der Krügerrand (aus Südafrika), der US-amerikanische Eagle oder der kanadische Maple Leaf.

Bei Silbermünzen finden Sie unter den Anlagemünzen beispielsweise ebenfalls den kanadischen Maple Leaf oder den US-amerikanischen Eagle, daneben aber beispielsweise auch die australische Münze Kookaburra, benannt nach einem Vogel, der darauf abgebildet ist.

Auf keinen Fall sollten Sie sich Sammlermünzen andrehen lassen, die nur mit einem erheblichen Aufschlag auf den Metallwert ausgegeben werden und die überdies auch nicht aus reinem Gold oder Silber (99 %) bestehen.

Banken sind als Bezugsquelle hier oft recht teuer. Ein Bezug über spezialisierte Edelmetallhändler ist meist günstiger.

Gold als Inflationsschutz

Immer mehr Anleger kaufen Goldbarren und Goldmünzen. Die Nachfrage nach physischem Gold steigt.

Wichtiger Faktor außerdem: Der Dollar. In der Vergangenheit war es oft so, dass sich Goldpreis und US-Dollar fast gegenläufig entwickeln.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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