Gold und Silber: Schlummern hier gute Einstiege mit großem Potential?

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Große Raketenstarts erwarte ich von beiden nicht in der nächsten Zeit. Es sind momentan einfach harte Zeiten für die Bullen bei Gold und Silber. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Kurz noch ein Satz zu Tesla. Gestern wurden die Erwartungen bei den Berichtszahlen übertroffen. Heute gibt es die Aktie 4 Prozent günstiger. Wie gestern schon erwähnt, ist es derzeit eine Lotterie und absolut unsicher, ob gute Zahlen die Kurse steigen oder fallen lassen. Wobei Tesla natürlich sehr speziell ist. Wer mehr mit Bitcoinhandel verdient als mit dem Verkauf von Fahrzeugen… Das ist einfach eine abgefahrene Situation und wird rückblickend in ein paar Jahren bestimmt interessant zu analysieren sein.

Gold und Silber sind da anders. Die gibt es schon ein paar Jahre länger als Kryptowährungen und deshalb sind sie auch stabiler, was die Kaufkraft angeht. Nachdem die offizielle Inflation aber nicht anzieht, gibt es offenbar auch für Gold als klassischem Inflationsschutz wenig Pluspunkte aktuell. Wobei, ganz so miserabel ist Gold in den letzten Wochen gar nicht gelaufen. Es bekommt einfach momentan nur wenig Liebe und Aufmerksamkeit, weil der neue Mitbewohner Bitcoin alles aufsaugt.

Gold im Wochenchart

Wie Sie vielleicht schon wissen, bin ich bei Gold kein großer Fan von gleitenden Durchschnitten. Da gibt es einfach viele andere Werte, bei denen diese Durchschnittslinien besser funktionieren. Fibonacci ist meiner Meinung nach bei Gold besser geeignet.

Das zeigt auch der Wochenchart auf Jahressicht. Vor gut einem Jahr markierten die Kurse das Tief bei 1.451 US-Dollar. Danach schossen die Preise hoch, wie fast alles nach dem Corona-Crash. Bei 2.075 US-Dollar pro Unze war dann Schluss für die Goldbullen.

Die Goldbären sind seitdem am Drücker. Das Hoch wurde Anfang August erreicht. Vielleicht gibt es jetzt eine neue Rallye bis in den Sommer? Der Chart hat nichts dagegen. Bei etwa 1.680 US-Dollar haben die Kurse einen Doppelboden ausgebildet. Dort liegt ungefähr das 62er Retracement. Das 50er Retracement diente im November als Trampolin. Von dort schossen die Kurse im Abwärtstrend fast 200 US-Dollar nach oben.

Auf dem Weg nach oben haben wir es jetzt schon überwunden. Somit ist das die aktuelle Unterstützung. Nächstes Ziel wäre dann das 38er Retracement bei rund 1.835 US-Dollar. Dafür müssen aber die 1.800 US-Dollar zuerst geknackt werden. Runde Zahlen sind bei Gold auch oft ein Hindernis. Vor allem, wenn Sie in der Vergangenheit wichtige Punkte darstellen. 2012 haben wir in diesem Bereich ein Doppeltop gebaut. Das wirkt offenbar noch nach.

Silber im Tageschart

Eine breite Seitwärtsrange sehen wir beim Silberpreis. Fast 9 US-Dollar bewegt sich der Kurs seit über einem halben Jahr hin und her. Solange wir hier nicht aus dieser Zone herauskommen, kann es ewig so weitergehen.

Aktuell bildet der Silberpreis vermutlich eine Bärenflagge aus. Fallen die Kurse hier nach unten heraus, könnten wir neue Jahrestiefs sehen. Als kritische Unterstützung ist auf jeden Fall der Bereich um 21.66 US-Dollar zu sehen. Wenn Sie einen Long-Trade in der Zukunft eingehen wollen, nehmen Sie diese Marke plus ein bisschen Puffer nach unten als Absicherung.

Momentan wirkt mir die Bärenflagge zu gefährlich für eine Wette auf steigende Kurse. Wenn wir die letzten Hochs bei 26.45 US-Dollar nachhaltig überwinden, können wir darüber reden.

Fazit

Gold und Silber laufen nicht parallel. Zumindest nicht in den letzten Monaten. Beim Gold hatten wir das Hoch im August 2020; beim Silber war es Anfang Februar 2021. Beiden konnten aber eine Art Doppelboden ausarbeiten, den wir jetzt als Support sehen können. Fallen die Kurse darunter, kann es eine ganze Strecke weiter nach Süden gehen.

Wer steigende Kurse sehen will, muss sich bei Silber wohl noch etwas gedulden. Da sieht Gold derzeit besser aus. Dennoch: Große Raketenstarts erwarte ich von beiden nicht in der nächsten Zeit. Vielleicht wenn es einen größeren Crash bei den Kryptowährungen gibt und einige Anleger wieder auf Gold setzen. Doch wie schon geschrieben, wird Geld eher nicht aus dem Kryptomarkt gezogen, sondern nur in andere Coins geschoben. Es sind momentan einfach harte Zeiten für die Bullen bei Gold und Silber.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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