Gold und Silber wieder unter Druck: Das müssen Sie jetzt wissen

Nach einer kurzen Erholung sacken die Preise bei den Edelmetallen wieder ab. Lesen Sie hier die Hintergründe. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

In dieser Woche hat Gold wieder an Schwung verloren. Der Preis für die Feinunze ist wieder unter die wichtige Marke von 1.200 Dollar gerutscht. Gleichzeitig geht es auch beim Silber in dieser Woche etwas nach unten. Heute möchte ich in die Faktoren vorstellen, die ganz aktuell die Preise am Edelmetallmarkt bestimmen.

Im August sind die Goldpreise den fünften Monat in Folge gefallen. Das ist der längste Abwärtstrend beim Gold seit 5 Jahren. Dabei machen Marktteilnehmer immer wieder verschiedene Gründe für den aktuell schwachen Trend beim Gold verantwortlich. So sind zum einen die US-Aktien weiter auf einem Rekordhoch und ziehen so weiteres Geld an. Gleichzeitig hat sich der US-Dollar weiter verstärkt und US-Präsident Donald Trump hat seine Absicht bekundet, weitere 200 Mrd. Dollar Strafzölle gegen chinesische Importe auszusprechen. Bei diesen vielen äußeren Einflüssen sieht es so aus, als ob der Weg der Erholung beim Gold sehr wahrscheinlich nicht eine gerade Linie sein wird.

Bei einem so starken Abwärtstrend lohnt es sich tatsächlich genauer hinzuschauen. Das gilt insbesondere auch für die Minenaktien, die in den großen Indizes gelistet sind. Ein Beispiel ist hier der Arca Gold Bugs Index. Immerhin hat sich dieser Index von dem massiv überverkauften Niveau wieder etwas beruhigt. Gleichzeitig hat der relative Stärkeindex Mitte August ein Tief erreicht und seitdem schon wieder etwas zugelegt.

Marktstimmung beim Gold so schlecht wie seit Ende 2015 nicht mehr

Zuletzt war die Marktstimmung beim Gold Ende 2015 so schlecht wie zuletzt. Doch kurz danach drehte die Stimmung komplett in die andere Richtung das 1. Halbjahr 2016 brachte massive Zuwächse beim Gold und vor allen Dingen auch massive Zuwächse bei den großen Minenaktien. Viele bekannte Namen der Branche stiegen so um 100 % und mehr.

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Tatsache ist aber auch, dass viele professionelle Marktteilnehmer weiter auffallende Notierungen beim Gold und Silber setzen. Insbesondere beim Silber sind die Position zuletzt massiv angestiegen. Aber auch beim Gold haben viele Profispekulanten Ihre Short-Position weiter ausgebaut. Nun geht es darum, wann diese Positionen tatsächlich aufgelöst werden müssen. Etliche Experten halten einen Bereich um 1.225 Dollar für wahrscheinlich.

Sollte also der Goldpreis in der nächsten Zeit deutlich über diese Marke steigen, werden wohl viele Spekulanten gezwungen sein, ihre Position auf weiter fallende Kurse zu verkaufen und das könnte als so genannter „Short-Squeeze“ einen weiteren Impuls für einen steigenden Goldpreis bringen.

Sie sehen aber schon, dass die Marktlage bei den Edelmetallen weiterhin angespannt ist. Eine klare Richtung ist derzeit noch nicht zu erkennen, so dass Abwarten jeden Fall jetzt eine gute Idee ist.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.