Gold-Update: Starke Verwerfungen sind ein globales Phänomen

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Auch der Goldmarkt erlebt aktuell turbulente Zeiten. Sowohl bei der Nachfrage als auch beim Angebot ergeben sich große Herausforderungen für die Markteilnehmer. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Die Lage beim Gold bleibt weiter extrem spannend. So hält sich der Preis jetzt schon etliche Tage über der Marke von 1.600 USD. Das zeigt ihn einmal mehr, wie wichtig doch Gold in der Krise ist. Aber wie stellt sich die Lage weltweit da beim Gold?

Diese Frage haben jetzt Experten der Scotiabank aus Kanada näher unter die Lupe genommen. Dabei haben sie zwei Faktoren erst einmal für sich als maßgeblich herausgefunden. Sie blicken zum einen auf die Goldnachfrage und natürlich zum anderen auf das Goldangebot. Sie werden anhand dieser Analyse sehr schnell erkennen, dass Gold ein globales Phänomen ist, was man auch nur auf dieser Ebene genau analysieren kann.

So ist natürlich Indien das wichtigste Goldverbrauchsland der Welt. Dort spielt das Edelmetall vor allen Dingen auch in Bezug auf die Altersvorsorge eine ganz andere Rolle als bei uns. Und wenn dort nun eine dreiwöchige Ausgangssperre gilt, wird das auch maßgeblich die physische Goldnachfrage negativ beeinflussen. Auf diesen Aspekt weisen die Experten der Scotiabank ganz klar in.

Lage in China normalisiert sich wieder

Auf der anderen Seite beruhigt sich natürlich die Lage in vielen anderen Regionen Asiens schon. Beispielsweise in China sind die massiven Beschränkungen rund um die Stadt Wuhan aufgelöst worden. Auch in vielen anderen Teilen des Landes hat sich das Wirtschaftsleben wieder etwas normalisiert. Hier ist also wieder mit einem deutlichen Anstieg bei der physischen Nachfrage zu rechnen.

Eine extrem starke Nachfrage, insbesondere von Privatkunden, erleben wir derzeit in Europa und auch in den USA. Hier ist insbesondere die Nachfrage bei Münzen und auch gängigen Barren durch die Decke gegangen. Teilweise müssen die Kunden sich hier schon auf etwas längere Wartezeiten einstellen, weil die Händler einfach nicht mehr in der Lage sind, die enorm gestiegene Nachfrage auch wirklich zu decken.

Viele Minen sind erst einmal geschlossen

Und wie sieht es auf der Angebotsseite aus? Auch dazu haben die Experten der Scotiabank aktuelle Ergebnisse vorgestellt. Ganz klar gibt es deutliche Einschränkungen auf der Angebotsseite, denn viele Minen sind derzeit geschlossen. Und selbst wenn die Minen noch problemlos arbeiten, so gibt es oft Probleme das Gold entweder in den Raffinerien weiter zu verarbeiten oder sogar weiter zu transportieren, denn auch viele Lieferketten existieren aktuell nicht mehr.

An diesen Daten erkennen Sie schon eins ganz deutlich: Wir leben außergewöhnliche Zeiten am Goldmarkt. Und auch die Coronakrise an sich hat noch das Potenzial, die Nachfrage beim Gold weiter anzuheizen. Insofern stehen die Chancen wirklich nicht schlecht, dass Gold noch in diesem Jahr einen neuen acht Preis wird erreichen können. Das erste Quartal war schon mal sehr erfolgreich mit einem Preiszuwachs von immerhin 7% auf Dollar Basis.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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