Gold: Warum Anleger das Edelmetall im Depot haben sollten

Anleger haben es derzeit nicht leicht. Die „richtige“ Anlageform ist für viele schwer zu finden. Spareinlagen – von den als […] (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Anleger haben es derzeit nicht leicht. Die „richtige“ Anlageform ist für viele schwer zu finden.

Spareinlagen – von den als risikoscheu geltenden Deutschen oft favorisiert – werfen schon lange nichts mehr ab.

Spareinlagen werfen nichts ab, Aktien bergen Risiken

Die Nullzins-Politik der Notenbanken sorgt vielmehr dafür, dass bei den Banken gebunkertes Geldvermögen über die Zeit an Wert verliert.

Das gilt insbesondere dann, wenn die Inflationsrate mittelfristig wieder die Zielmarke von 2% erreicht, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) und auch der Federal Reserve (Fed) angestrebt wird.

Aktien hingegen versprechen Rendite durch steigende Kurse und oftmals auch Dividenden-Ausschüttungen – doch gleichzeitig bergen sie höhere Verlust-Risiken.

Vor 1/2 Jahr galt Volkswagen als gut aufgestelltes Traditions-Unternehmen mit glänzenden Aussichten.

Seit Bekanntwerden der systematischen Abgas-Manipulationen wurde die Aktie fallengelassen wie eine heiße Kartoffel; 1/3 des Marktwerts wurden binnen kürzester Zeit verbrannt.

Was also tun, um eine halbwegs sichere und zugleich lukrative Anlageform zu finden? Seit einiger Zeit mehren sich wieder die Stimmen, die zum Goldkauf raten.

Gold kaufen – warum?

Das mag auf den ersten Blick verwirren, hat das Edelmetall doch seit seiner Hoch-Phase in 2011 und 2012 einen deutlichen Absturz erfahren. Doch es gibt durchaus Faktoren, die für ein Goldi-Investment sprechen.

Im Gegensatz zu Spareinlagen ist Gold von den geringen (oder teils sogar negativen) Zinsen nicht betroffen.

Auch verliert es seinen Wert nicht durch Inflation oder die Entwertung von Papierwährungen (die übrigens immer weiter voranschreitet dank der heiß gelaufenen Druckerpressen der Notenbanken).

Und auch wer auf Aktien als Anlage setzt, ist gut beraten, sein Depot durch eine Gold-Beimischung „abzusichern“:

Langzeit-Betrachtungen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Niveau des Goldpreises und der Entwicklung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) von Aktien.

Fallen die Aktien, steigt tendenziell der Goldpreis und umgekehrt – wer beides im Depot hält, vermeidet auf diese Weise allzu große Schwankungen, da Kursverluste auf der einen Seite durch Gewinne auf der anderen kompensiert werden können.

Außerdem bietet sich dadurch die Chance, Aktien in Krisen-Phasen günstig hinzuzukaufen – mit dem Geld, das die Gold-Bestände parallel einbringen.

Trendwende beim Goldpreis?

Auch der Blick auf die institutionellen Investoren spricht derzeit eine klare Sprache: So beginnen Gold-ETFs seit einigen Wochen wieder damit, ihre Bestände aufzustocken.

Es riecht also nach Trendwende beim Gold, das in den vergangenen 2 Jahren doch einiges von seinem Ruf als krisensicherer Weltwährung eingebüßt hat – schließlich gab es Krisen zuhauf, und trotzdem fiel der Goldpreis.

Betrachtet man die letzten 3 Jahre, rauschte der Preis je Feinunze in US-Dollar um 1/3 in die Tiefe – in Euro sieht der Verfall mit rund 20% immerhin etwas weniger dramatisch aus. Zuletzt war die Feinunze für 1.037 € bzw. 1.142 US-Dollar zu haben.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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