Gold: Weiter im Aufwind

Crash an den Börsen, verunsicherte Anleger – glänzende Zeiten also für den Goldmarkt. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Die Börsen taumeln zum Jahresbeginn bedenklich. Ist nach der jahrelangen Rally, die kurz nach der globalen Finanzkrise einsetzte, nun das Ende der Party am Parkett erreicht? Es spricht einiges dafür.

Denn dass Aktien in den vergangenen Jahren so gut liefen hing nicht zuletzt mit der ultralockeren Geldpolitik etlicher Notenbanken zusammen, die die Märkte einerseits mit Geld fluteten und andererseits die Zinsen auf historisch tiefe Niveaus drückten.

Ein Effekt dieser Politik ist, dass Sparbücher und Anleihen kaum noch etwas abwerfen, häufig verlieren sie inflationsbedingt auf lange Sicht sogar an Wert. Anlass genug für etliche Anleger, umzuschichten. Mit Aktien ließ sich in den vergangenen Jahren jede Menge Geld machen.

Neuer Schwung beim Goldpreis

Ruhiger ging es dagegen zu im Bereich der Edelmetalle, die 2011 und 2012 Hochphasen erlebten, seither aber auf niedrigerem Niveau notierten. Der Goldpreis hat 2016 in der ersten Jahreshälfte eine beachtliche Rally hingelegt, die Gewinne aber zum Jahresende hin nahezu vollständig abgegeben. 2017 dümpelte der Preis je Feinunze über weite Strecken vor sich hin. Erst seit Dezember kommt wieder neuer Schwung in die Preisentwicklung.

Das hat verschiedene Gründe. Einen wichtigen Effekt hat der vergleichsweise schwache US-Dollar: Gold wird in Dollar gehandelt. Je schwächer der Greenback im Verhältnis zu anderen Währungen notiert, umso günstiger und somit attraktiver wird der Goldankauf für Anleger aus Regionen mit anderen Währungen als dem Dollar.

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Dass der Dollar auch in nächster Zeit eher schwach gehalten werden soll, dahin deutet die Wirtschafts- und Finanzpolitik unter Präsident Donald Trump. Sein Credo „America First“ führt zu anderen als den bisher bekannten und üblichen Vorgehensweisen in etlichen Politikbereichen und macht auch vor den Finanzmärkten nicht Halt.

Beimischung von 10 Prozent empfohlen

Doch nicht nur die Dollarschwäche und der jüngste Crash an den Aktienmärkten kommen der Entwicklung des Goldpreises zugute. Auch das Mitte Februar anstehende chinesische Neujahrsfest sorgt für steigende Nachfrage, immerhin gilt China als wichtigster Goldmarkt weltweit.

Und auch unter institutionellen wie privaten Anlegern steigt das Interesse an dem gelb glänzenden Edelmetall seit einiger Zeit wieder an. Experten raten bei größeren Anlagedepots üblicherweise zu einer Goldbeimischung von etwa 10 Prozent, da Gold häufig aufwertet, wenn Aktien Verluste erleiden – und umgekehrt. Auf diese Weise kann das Depot erfolgreich ausbalanciert werden, zumal ein Totalverlust bei Gold nicht zu erwarten ist.

Anleger haben dabei die Wahl, ob sie in physisches Gold, etwa in Form von Münzen oder Barren, investieren wollen oder lieber Wertpapiere wie Zertifikate erwerben, die idealerweise mit physischem Gold hinterlegt sein sollten. Vor einem Kauf empfiehlt es sich in jedem Fall, sich über die verschiedenen Anlageformen zu informieren und die jeweils richtige für die eigene Anlagestrategie herauszufinden.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.