Gold weiter unter Druck – immer mehr Experten senken die Prognosen

Die vergangenen Monate verliefen beim Gold enttäuschend. Nach Ansicht einiger experten wird sich diese Entwicklung erst einmal fortsetzen. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Was ist nur mit dem Goldpreis los? An den internationalen Finanzmärkten und auf politischer Ebene tauchen immer mehr Krisenherde auf. Doch der Goldpreis verliert stetig an Wert. Das führt nun auch dazu, dass viele Experten ihre aktuellen Prognosen für das Edelmetall senken.

In diesen Tagen haben beispielsweise die Experten von Capital Economics das Ziel für den Goldpreis zum Jahresende von 1.300 auf 1.200 Dollar pro Unze gesenkt. Praktisch würde damit der Goldpreis sogar ausgehend vom aktuellen Niveau noch etwas verlieren. So notiert die Feinunze zu Wochenbeginn bei knapp 1.205 Dollar pro Unze. In den vergangenen 6 Monaten hat so der Goldpreis um knapp 9 % auf Dollarbasis nachgelassen.

Ein Hauptauslöser für die aktuelle Schwäche beim Gold machen die Experten von Capital Economics auch aus. Es ist der wieder sehr starke Dollar. Und diese Entwicklung sehen die Experten auch im weiteren Jahresverlauf. „Im Zuge der steigenden Handelskonflikte hat sich eben der US-Dollar in den vergangenen Monaten als sicherer Hafen der Geldanlage dargestellt.

Allein das hat schon auf den Goldpreis gedrückt“, erklären die Experten zu aktuellen Marktlage. Da Capital Economics auch für die zweite Jahreshälfte eine schwache Nachfrage im Schmuckbereich beim Gold erwartet, dürfte den Goldpreis auf Sicht nächsten 12 Monate eine ebenfalls schwache Entwicklung zeigen.

Bitcoin Gold: Kryptowährung unter der LupeBitcoin Gold will das zentralisierte Mining beenden - was ist für Anleger drin? › mehr lesen

Unberechenbarkeit der US-Politik bietet weiteres Konfliktpotenzial

Eins ist auch klar. Die Unberechenbarkeit der Politik in den USA bleibt bestehen. 5 Monate erwarten Experten von Capital Economics tatsächlich eine Verschärfung der Konflikte und nicht einen Rückgang der Konflikte – das können den US-Dollar weiter stützen. Hinzu kommt, dass ein starker US-Dollar den Kauf von Gold in lokalen Währungen verteuert und so auf Sicht der kommenden 12 Monate eben mit einer klar schwächeren Nachfrage aus wichtigen Ländern wie China oder Indien zu rechnen ist.

Die Goldpreisprognose für die kommenden 12 Monate enthält darüber hinaus doch einige positive Aspekte. Für das 2. Halbjahr 2019 sind Experten doch wieder zuversichtlich für den Goldpreis. Laut Capital Economics ist neben einem schwächeren Wachstum in den USA auch mit einem Ende der Zinsanhebungen in den USA zu rechnen. Genau in einem solchen Umfeld würde Gold als Investment wieder interessant werden.

Vorsichtiger Optimismus zeigt sich dann auch im Preisziel für das Jahresende 2019. Da erwarten die Experten von Capital Economics dann wieder einen Goldpreis im Bereich um 1.150 Dollar pro Feinunze. Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir beim Gold genau dieses Preisniveau gesehen haben. Aber einen Durchmarsch auf deutlich höhere Preise jenseits von 1.400 Dollar erwarten aktuell immer weniger Experten. Auch darauf sollten Sie sich in der Planung einstellen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.