Gold weiterhin abwärts | Rohöl hat nach unten gedreht

gold

Gold und Rohöl bauen entgegengesetzte Flaggen. Bei Gold warten wir auf den Ausbruch nach oben. Bei WTI sollten die Kurse bald wieder günstiger werden können. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Während die Aktienmärkte heute auf der Stelle stehen, widmen wir uns den Rohstoffen. Gold erlebt saisonal meist in der ersten Novemberwoche einen Anstieg. Wenn dieser wirklich kommt, könnte er das Chartbild deutlich verändern. Doch noch ist es nicht so weit.

Gold befindet sich weiterhin im abwärtsgerichteten Trendkanal. Intraday gab es schon einmal einen Sprung nach oben heraus, doch die Kurse wurden sofort wieder abverkauft. Das war am vergangenen Freitag.

Auf Schlusskursbasis müssten wir aktuell die 1.507 US-Dollar überschreiten, um ein erstes Signal für Käufer zu sehen. Davon sind wir aktuell fast 20 US-Dollar entfernt. Nach unten scheint der Bereich um 1.475 US-Dollar eine gute Widerstandszone zu bilden. Doch erwarten Sie nicht zu viel davon. Diese kann sich jederzeit in Luft auflösen.

Noch zwei Handelstage haben wir im Oktober. Wenn danach die Saisonalität gewinnt, könnte der Goldpreis den Trendkanal nach oben durchbrechen. Der einzige Haken daran: Die letzten zwei Monate des Jahres sind nicht besonders bullisch für Gold. Ganz im Gegenteil. Gold verlor in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt knapp 2 Prozent in November und Dezember. Insofern können wir uns die Saisonalität auch nicht schönreden.

Sollte es zu einem Ausbruch aus dem Kanal kommen, müsste es dann üblicherweise ein Fehlausbruch werden. Doch 2 Prozent Verlust sind aus heutiger Sicht auch kein Weltuntergang. Wenn Gold von 1.490 US-Dollar auf 1.460 US-Dollar fällt, ist immer noch nichts verloren.

Haben wir erst einmal das Jahr bis Weihnachten überstanden, können Sie danach wieder loslegen und auf steigende Kurse setzen. Alleine zwischen Weihnachten und Neujahr konnte der Goldpreis in den letzten zehn Jahren im Mittel um 1,6 Prozent zulegen!

gold

Goldpreis: Ihre historische GewinnchanceHistorische Chancen ergeben sich nur alle Jubeljahre einmal. Beim Gold bahnt sich eine solche gerade an. › mehr lesen

Zwischen Neujahr und Ende Februar ging es zusätzlich weitere 4,2 Prozent nach oben! Sie wissen jetzt, wann der Goldpreis üblicherweise wieder nach oben dreht. Nutzen Sie das für Ihr Trading.

Rohöl konsolidiert nach Anstieg

Auch hier bauen wir gerade eine Flagge, allerdings in anderer Richtung. Hier steigen die Kurse seit der ersten Oktoberwoche. Doch in der Regel wird diese Flagge mit weiter fallenden Kursen aufgelöst. Der Trendkanal ist weiterhin intakt. Am Freitag ging es auch hier besonders hoch hinaus, das Thema hat sich heute schon wieder aufgelöst.

Sobald die Kurse jetzt unter 54 US-Dollar beim WTI schließen, können Sie davon ausgehen, dass es weiter bergab geht mit dem Preis. Bis dahin kann sich der Kanal zeitlich aber noch eine Weile ausdehnen. Hier ist bislang ebenfalls kein Ende in Sicht.

Sollen wir einen Blick auf die Saisonalität wagen, obwohl die Kurse von der Geopolitik bewegt werden? Wagen wir es einfach einmal.

Crude fällt in den vergangenen zehn Jahr im November und Dezember durchschnittlich um 4 Prozent! Das ist schon eine Hausnummer! Das wären aus jetziger Sicht mehr als 2 US-Dollar. Die Kurse können rein von der Saisonalität her also Ende des Jahres bei fast 52 US-Dollar liegen.

Die Tendenz geht laut einigen Analysten noch weiter. Diese erwarten im kommenden Jahr Preise im Bereich von 40 US-Dollar! Warten wir ab, wer hier wirklich Recht haben wird.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.