Gold: Worauf Anleger beim Goldkauf achten sollten

Welche Vorteile bietet ein Goldinvestment, welche Risiken sind damit verbunden und worauf sollten Anleger grundsätzlich achten? (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Es gilt seit jeher als wertvoll und verführerisch: Die Rede ist vom glänzenden Gold. Doch ist das sagenumwobene Edelmetall tatsächlich als Anlageobjekt geeignet? Und worauf sollten Anleger bei ihrem Investment achten? Ein Überblick.

Welche Vorteile bietet eine Geldanlage in Gold?

Gold genießt den Ruf als „sicherer Hafen“: Selbst im Krisenfall wird es nie ganz wertlos, allein schon aufgrund der Begrenztheit seines physischen Vorkommens. Zudem ist Gold weltweit als Zahlungsmittel anerkannt und kann in der Regel problemlos zu Bargeld gemacht werden. Das angelegte Kapital ist also im Notfall kurzfristig verfügbar.

Zudem gilt Gold als Vermögensabsicherung und kann genutzt werden, um das eigene Anlagedepot auszubalancieren: Häufig steigt der Goldpreis, wenn die Aktienmärkte ins Taumeln geraten, so wie es auch seit Anfang des Jahres mehrfach zu beobachten war. Umgekehrt erzielt die Feinunze einen geringeren Wert, wenn die Aktien stark laufen.

Wer also als Anleger in beiden Anlageklassen investiert ist, mindert damit das Risiko eines Totalverlusts, weil Verluste auf der einen Seite durch Gewinne auf der anderen Seite abgefedert werden können.

Welche Risiken sind mit einer Geldanlage in Gold verbunden?

Doch wie so häufig gibt es auch bei der Goldinvestition eine Kehrseite der Medaille. So ist mit dem Edelmetall meist nur eine recht überschaubare Rendite zu erwirtschaften, die in der Regel hinter der Inflationsentwicklung zurückbleibt.

Im Gegensatz zu anderen Anlageformen wirft Gold weder Zinsen noch Dividenden ab. Einen Gewinn können Anleger allein über die Preisentwicklung erzielen, die von verschiedenen Faktoren wie Angebot und Nachfrage, aber auch Währungseffekten oder Zinsentwicklungen abhängig ist und sich seriös nicht vorhersagen lässt.

Dies unterstreicht noch einmal, dass Gold nicht zur Vermehrung, sondern lediglich zur Absicherung von Vermögenswerten geeignet ist. Wer Gewinne erzielt, sollte dies als positiven Nebeneffekt verstehen, nicht aber als Hauptanreiz, Münzen oder Barren zu erwerben.

Worauf sollten Anleger achten?

Wer sich entschließt, einen Teil seines Vermögens in Gold zu stecken, kann dies auf vielfältige Weise tun. Besonders beliebt ist der Erwerb von physischem Gold in Form von Münzen oder Barren. Hier sollte auf anerkannte Standardformen zurückgegriffen werden, beispielsweise American Eagle oder Maple Leaf. Je kleiner die Stückelung, desto höher sind im Verhältnis die Produktionskosten und somit auch die Kaufpreise.

Darüber hinaus können Zertifikate erworben werden, die die Goldpreisentwicklung abbilden und mit physischem Gold hinterlegt sein sollten. Stärker gewinnorientierte Anleger können darüber hinaus zu Aktien von Minenbetreibern greifen, sollten dabei jedoch auch die höheren Risiken berücksichtigen, die mit Aktieninvestments grundsätzlich verbunden sind und die Goldgräberbranche besonders betreffen, da hier neben wirtschaftlichen Marktmechanismen auch die rohstoffspezifischen Risiken greifen.

Wer sich für eine geeignete Form entschieden hat, sollte zudem berücksichtigen, dass gerade physisches Gold sicher gelagert werden muss, beispielsweise durch ein Bankschließfach oder einen geeigneten Heimtresor. Hierdurch entstehen in aller Regel weitere Kosten.

Unterm Strich sollten Anleger nicht ihr gesamtes Vermögen in das Edelmetall stecken, sondern eine Beimischung von etwa 10 Prozent wählen, die von den meisten Experten für ein ausgewogenes Depot empfohlen wird.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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