Gold, Zins und die langfristige Vorsorge: Ihr Renditevorteil

gold

Wenn Sie – etwas – auf das Edelmetall setzen, können Sie weiterhin recht ruhig schlafen. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Noch immer fragen uns Leser, ob Gold in den Abwärtstrend gewechselt ist.

Nur die Zukunft wird es zu 100% zeigen, ich meine aber Nein. Sie können Gold weiterhin halten, wenn Sie bereits Gold gekauft haben.

Wer jetzt kaufen möchte, wird dies allenfalls zur Langfristvorsorge einsetzen können. Der Preis ist höher als bei den ersten Empfehlungen, die bereits seit 10 Jahren laufen. Wer aber langfristig denkt,  hat enorme Vorteile. Auch heute noch.

Gold: wer kauft, wer verkauft

Auch das Handelsblatt hat, wie andere Zeitungen, längst den Grund für den zwischenzeitlichen Absturz des Goldpreises ausgemacht. Wie berichtet haben schlicht die fallenden Aktienmärkte den Goldpreis nach unten gedrückt. Dies hat nichts damit zu tun, dass die Finanzmärkte das gelbe Edelmetall plötzlich fallen lassen.

Achtung Gold hat in vielen Depots für schöne Gewinne gesorgt. Damit aber hat das Edelmetall genau das Polster geschaffen, dass Investoren brauchten, als die Aktienmärkte im August verloren. Deshalb verkauften private wie institutionelle Investoren aus dem Bestand und setzten den Preis unter Druck.

Auch einige technisch orientierte Anleger kamen auf die Idee, den kurzfristigen Trend zu nutzen und aus Gold auszusteigen. Die größere Mehrheit aber, so mein Eindruck, hat sich beim Gold langfristig noch auf die Seite steigender Kurse gestellt. Das Gesamtbild bleibt, auch für Ihre Vorsorge, freundlich.

Asien kauft Gold

Weiterhin kaufen Asiaten Gold auf. Gerade zum Weihnachtsgeschäft rechne ich persönlich dort erneut mit einer stärkeren Nachfrage. Gold gilt als positives Investment und nicht wie bei uns als schlichte Ersatzwährung für die zerstörten Papiergeldwährungen.

Zudem ist Gold eine Alternative zu Anleihen. Auch dies hat das Handelsblatt jetzt betont. Ich zitiere die Düsseldorfer, weil Sie an dieser Stelle schon mehrfach dasselbe Argument lesen konnten. Bei der damaligen Einschätzung bleibe ich einfach: Anleihen bringen nach Inflation – und übrigens auch nach Steuern – im Durchschnitt deutliche negative Ergebnisse. Damit aber vernichten Investoren Kapital.

Gold bringt keine Zinsen, heißt es in der Regel. Selbst das muss nicht stimmen, weil auch Sie selbstverständlich jederzeit Gold verleihen können. Andere machen es, so munkeln die Märkte über den Bestand in diversen Tresoren.

Aber: Sie müssen auch nichts versteuern. Daher ist Gold zunächst kaum schlechter als Anleihen. Der Kurs aber wird steigen, denn: Anders als Anleihen können Sie Gold weltweit und jederzeit als Ersatzwährung einsetzen. In den USA dürfen Bürger etwa im Bundesstaat Utah jetzt schon Steuern und andere Schulden beim Staat auch in Gold zahlen.

Gold zählt immer

Ich bin mir sicher: wenn Sie morgen in China zahlen wollten, übermorgen in Australien und in der nächsten Woche in Serbien – die Verkäufer würden Ihnen auch Gold als Zahlungsmittel abnehmen. Eventuell aber unter der Hand, weil die Staaten diese Art der Währung in der Regel noch nicht akzeptieren. Dies kann sich bald ändern – zu dann gestiegenen Konditionen.

  • Gold ist eine der Hauptwährungen der Menschheitsgeschichte. Da die Papierwährungen des Westens bezogen auf Gold schon lange am Boden sind, wird sich Gold erneut etablieren.
  • Gold befindet sich fundamental immer noch im Aufwärtstrend, eindeutig. Die Verkäufe im Spätsommer sind der Krise an anderen Märkten geschuldet.
  • Gold hat laut Schätzungen anderer Analysten 2012 wieder Potenzial weit über 2.000 US-Dollar pro Unze hinaus. Vergessen Sie jedoch solche Schätzungen – es gibt keine zeitpunktbezogenen Anhaltspunkte.

Ich meine: am besten ist es, Sie beschränken Ihr Engagement auf einen Anteil von 10% bis 15%. Zum einen entgehen Sie einer möglichen Spekulationsfalle, zum anderen würden Staaten der Kontrolle wegen in einer neuerlichen Krise versuchen, an Goldbestände zu kommen.

gold

Bullisches Chartmuster für Gold! Stehen wir bald wieder über 2.000 US-Dollar?Wenn der Goldpreis bis auf 1.640 US-Dollar fallen sollte, wird er danach steil nach oben schießen, um die Ziellinie zu erreichen und neue Allzeithochs machen zu können. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.