Goldbestände der Notenbanken: Das müssen Sie zu den aktuellen Zahlen wissen

Gold Körner – shutterstock_567952783 optimarc

Viele Notenbanken setzen auf hohe Goldbestände – doch es gibt auch klare Ausnahmen. Lesen Sie hier, was Sie aus der Strategie der Notenbanken lernen können. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Der Goldmarkt ist breitgefächert. Dabei lohnt es sich, immer wieder genau hinzuschauen, wer besonders stark am Goldmarkt investiert ist. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die globalen Notenbanken. Viele Staaten setzen bei den eigenen Währungsreserven auch auf einen größeren Anteil beim Gold.

Das hat sich in den letzten Jahren auf jeden Fall gelohnt. So konnten viele Staaten ihre Währungsreserven dadurch steigern, dass der Goldpreis stetig angestiegen ist. In Zeiten ausufernder Geldmengen und immer neuer Schulden Exzesse bieten eben auch die Goldreserven für die einzelnen Länder eine gewisse Sicherheit.

Hier lohnt es sich nun genauer hinzuschauen, welche Länder denn besonders hohe Goldreserven aufweisen Wie kaum anders zu erwarten, stehen die Vereinigten Staaten mit weitem Abstand auf Platz 1 dieser Liste. Dabei umfassen die gesamten Goldreserven der USA 8.133,5 Tonnen Gold. Dies entspricht exakt 79,9% der Währungsreserven der größten Volkswirtschaft der Welt. Diese Zahl hat jetzt das World Gold Council mit einer ganz aktuellen Statistik veröffentlicht.

Deutschland auf Platz 2 bei den weltweiten Goldreserven

Beruhigend für uns alle: Auf Platz 2 der globalen Statistik der größten Goldreserven taucht die Bundesrepublik Deutschland auf mit 3.362,4 Tonnen. Das entspricht auch rund 77% der nationalen Währungsreserven. Hier steht Deutschland also auf einem festen Fundament und das trotz der massiv angestiegen Schulden als Reaktion auf die Corona-Krise.

Aber nicht alle Länder haben so hohe Goldreserven aufzuweisen. Ein besonders spannendes Beispiel ist hier die Schweiz. Da liegen die Goldreserven nur bei einem Niveau von 6,8%. Tatsächlich ist diese niedrige Abdeckung darin begründet, dass die Schweiz schon vor längerer Zeit einen Großteil der Goldreserven verkauft hat. Ja sie lesen richtig. Die Schweiz als solider Ort hat schon sehr früh große Teile der eigenen Goldreserven zu Geld gemacht und da einen großen taktischen Fehler begangen.

Schweiz hat sich viel zu früh von großem Teil der Goldreserven getrennt

So hat die Schweizer National Bank bis Ende März 2005 1.300 Tonnen Gold am Markt verkauft. Bevor dieses Programm umgesetzt wurde, gehörte die Schweiz zu den Top Gold Ländern weltweit. Nur war der Goldpreis 2005 deutlich geringer. Stellen Sie sich vor: Damals kostete die Feinunze Gold so zwischen 400 und 500 USD. Heute liegt der Preis mehr als 300% höher.

Daran erkennen Sie ganz deutlich: Auch große Notenbanken aus soliden Staaten liegen mit ihrer Einschätzung schon einmal klar daneben. Viele andere Notenbanken haben auch anders gehandelt und die eigenen Bestände nicht nur gehalten, sondern im Laufe der Jahre auch stetig ausgebaut. Daran sollten Sie sich auch orientieren und Gold auch in Ihr Depot aufnehmen, wenn Sie es bislang noch nicht gemacht haben.

Aktuelles zum Goldmarkt: Diese Faktoren sprechen für eine Investition

Aktuelles zum Goldmarkt: Diese Faktoren sprechen für eine InvestitionNach dem Rekord-Goldpreis von 2060 Dollar pro Feinunze im August ist der Goldpreis nun wieder auf rund 1870 Dollar gesunken. Doch das ist noch kein Grund zur Sorge. Denn die… › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Heiko Böhmer. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz