Goldbranche: Fast alles bereit für den nächsten Boom

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In der Goldbranche sieht es aktuell gut aus – zumindest für die Produzenten. Jetzt müssten nur noch die Finanzierungen für junge Unternehmen wieder ansteigen. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Gold legt stetig weiter zu und erreicht jetzt mit knapp 1.460 USD neues 6 Jahreshoch. Da ist es einmal wieder Zeit genauer hinzuschauen, welche Sektoren denn jetzt besonders davon profitieren. Eine Sache hat sich in den vergangenen Wochen immer wieder gezeigt: Die Minenaktien haben deutlich stärker zugelegt als der Preis für das Edelmetall selbst.

Besonders stark haben zuletzt vor allen Dingen die Produzenten an der Börse performt. Hier waren die Zuwächse zwei- bis dreimal so groß wie beim Goldpreis. Darauf habe ich in der vergangenen Woche erst hingewiesen. In der Vergangenheit war es nun so, dass speziell die kleineren Goldfirmen in positiven Marktphasen herausragende Ergebnisse erzielt haben. Genau das erleben wir derzeit noch nicht.

Der Grund dafür ist einfach: Es fehlt schlicht und einfach Kapital für die neuen Goldunternehmen. Das Interesse großer Investoren an Goldfirmen war zuletzt gedämpft. Dafür gab es gleich zwei Gründe. Zum einen hat der Cannabissektor viel Kapital an sich gebunden. Zum anderen hat auch das Aufkommen von Bitcoin und anderen Kryptowährungen die Neuinvestitionen im Goldsektor sinken lassen.

Und genau hier wird es jetzt spannend: Der Cannabissektor hat ein schwieriges Quartal hinter sich – wobei ich mittel- bis langfristig weiter von den guten Perspektiven überzeugt bin. Dazu gibt es gleich morgen mehr von mir an dieser Stelle. Zusätzlich haben zuletzt die Schwankungen bei Kryptowährungen wieder deutlich zugenommen. Und genau das ist es, was viele Profi-Investoren nicht möchten.

Nächstes Ziel: Goldpreis 1.500 USD

Sollte der Goldpreis sich wie zuletzt deutlich über 1.400 USD halten, wäre das sicherlich ein Faktor für Investoren, den Sektor wieder stärker in den Fokus zu nehmen. Goldexperten wie der erfahrene Minenunternehmer Sean Roosen bringen es auf den Punkt: „Wenn wir wieder stärkere Finanzierungen im Explorations- und Entwicklungsumfeld der Minenfirmen sehen, wäre das meiner Einschätzung nach sicherlich ein Indikator dafür, dass wir einen Gold-Bullenmarkt haben.“

Davon sind wir aber noch entfernt. Denn auch darauf hat Roosen zuletzt einem Interview hingewiesen: Die Privatplatzierungen bei neuen Aktien liegen im Sektor aktuell nahe dem 10-Jahrestief. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch viel Potenzial nach oben, wenn das Interesse wieder zurückkommt.

Für mich bleibt es dabei: Der Goldsektor ist auf dem aktuellen Preisniveau ohne Frage sehr interessant und das nächste Ziel lautet auf jeden Fall 1.500 USD pro Unze. Es ist gut möglich, dass der Goldpreis dieses Ziel schon in den nächsten Wochen erreicht.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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