Goldchancen 2018: 1.500 Dollar sind immer noch möglich

Anfang des Jahres erwarteten optimistische Prognosen einen Goldpreis von bis zu 1.500 Dollar in diesem Jahr. Das ist immer noch möglich. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Anfang des Jahres waren viele Experten noch sehr optimistisch zur weiteren Entwicklung beim Goldpreis. So erklärte etwa der US-Goldexperte und erfolgreiche Fondsmanager Frank Holmes in einem Interview, dass er nach den zweistelligen Zuwächsen beim Gold 2017 auch in diesem Jahr wieder einen zweistelligen Zuwachs erwartet. „Anfang vergangenen Jahres habe ich die Marke von 1.300 USD als Ziel für den Goldpreis ausgegeben. In diesem Jahr ist es gut möglich das Gold bis auf 1.500 USD pro Unze ansteigt“, erklärte Holmes.

Seiner Meinung nach ist die aktuelle Politik von Donald Trump weiter positiv für Gold einzustufen. Vor allem das Bestreben des US-Präsidenten den Dollar weiterhin schwach zu halten, dürfte weitere positive Effekte für den Goldpreis geben.

Und auch das Umfeld der weiterhin negativen Realzinsen für die Investoren bleibt ein positiver Aspekt für Gold. Realzinsen meint hier die tatsächlichen Zinsen die Investoren bekommen, wenn man vom bestehenden Zinssatz die aktuelle Inflation abrechnet. Und hier kommt ein wichtiger Aspekt ins Spiel: Nach Ansicht von Frank Holmes ist es ganz klar so, dass die derzeitige Inflationsrate weit über den 2 % liegt die offiziell berichtet werden. Insofern ist auch das ein weiterer positiver Faktor für den Goldmarkt.

Gold ist nicht so sicher wie Sie denkenLange Zeit war Gold eine attraktive Geldanlage. Aber die Risiken sind extrem groß – diese Fakten müssen Sie kennen. › mehr lesen

Nun sind diese Faktoren bislang beim Gold ohne weitere Folgen geblieben. Seit Jahresanfang hat der Goldpreis rund 4% an Wert verloren – gerechnet in US-Dollar. Auf Eurobasis ist der Verlust mit knapp 2% deutlich geringer ausgefallen.

Immer mehr Krisensignale an den Finanzmärkten

Und die Krisensignale an den Finanzmärkten nehmen in diesen Tagen deutlich zu. Da ist der immer weiter eskalierende Handelskrieg zwischen China und den USA. Erst hatte US-Präsident Donald Trump neue Handelsbeschränkungen für China angekündigt – doch die Antwort aus Peking ließ nicht lange auf sich warten.

Mittlerweile sieht es wirklich so aus, als ob sich die Spirale der ausufernden Handelsbeschränkungen in Gang gesetzt hat. Die erste Eskalationsstufe hat nur Chia und die USA erreicht. Ob das auch in Europa einfach immer so weiter geht oder ob es bei den schon beschlossenen Beschränkungen bleibt, ist nicht absehbar. Das liegt am sprunghaften Verhalten des US-Präsidenten. Insofern ist es eben noch gut möglich, dass wir in der zweiten Jahreshälfte einen deutlichen Preissprung beim Gold sehen werden.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.