Goldene Dauerwelle: Dieser Chart macht Trader reich

Hektisches Hin und Her kennen wir genug von der Börse. Doch manchmal schwingen die Kurse auch tatsächlich ganz gemütlich hin und her... (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Hektisches hin und her kennen wir genug von der Börse. Wer davon großer Fan ist, beschäftigt sich sowieso meist mit Devisen.

Doch manchmal schwingen die Kurse ganz gemütlich hin und her, wie eine Hängematte zwischen 2 Palmen.

Und in solch einer entspannten Lage auch noch Geld zu verdienen ist für viele Trader der Traum schlechthin.

Goldpreis: Konstant, wie lange nicht mehr

Alle 3 – 5 Wochen ein Trade mit guter Rendite – wer kann dazu schon nein sagen?! Gold macht es möglich, zumindest wenn wir uns die Kurse seit April anschauen:

Der Preis für eine Unze schwankt hier konstant zwischen 1.210 und 1.290 US-Dollar. Beim Tief einkaufen und beim Hoch verkaufen – Börse kann so einfach sein.

chart1

Der Chart sieht tatsächlich extrem verlockend aus.

Zwischendurch gibt es zwar einige wildere Phasen, in denen die Kurse auf und ab springen; das zeigt der 4-Stunden-Chart recht deutlich.

Doch betrachten wir das Große und Ganze: Gold verläuft in fast gleichmäßigen Wellen! Daraus könnten Sie entsprechend Handels-Ideen ableiten.

Der Hochpunkt bei 1.290 US-Dollar wurde erst vor wenigen Tagen erreicht. Das hätte ein Verkaufs-Zeitpunkt sein können. Jetzt ist Gold scheinbar wieder auf dem Weg nach unten.

Achten Sie aber genau auf die Tiefpunkte! Die liegen möglicherweise immer niedriger. War im Mai die Wende bei 1.215 US-Dollar, lag das Tief im Juli bei 1.205 US-Dollar.

Wenn Gold unsere Theorie versteht, könnte der nächste Kaufpunkt bei etwa 1.200 US-Dollar sein – falls Gold dann dem Trend folgend in dem Bereich um 1.195 US-Dollar wieder nach oben dreht.

Jeder Jahres-Chart verläuft ein wenig anders – Bei aller Ähnlichkeit

Doch freuen Sie sich nicht zu früh! Laut den Seasonal Charts von Dimitri Speck könnte diese schöne Dauerwelle, die Gold gerade bildet, bereits nächsten Monat vorbei sein.

Hier sehen Sie nämlich einen starken Kurs-Anstieg im September im Gold. Das muss dieses Jahr nicht passieren, ist jedoch im Durchschnitt in den vergangenen 30 Jahren so geschehen.

chart2

Auffällig ist dabei, die breite Seitwärts-Phase von Februar bis August auch in diesem Jahr so ähnlich stattfand.

Der Chart hätte uns im Durchschnitt einen Tiefpunkt im Juni geben sollen. 2017 war es etwas verzögert: Das Tief kam erst im Juli.

Optimisten sehen das als Boden für dieses Jahr und glauben, dass der Goldpreis nur noch weiter ansteigen wird.

Eines spricht aber gegen diese Theorie: Wir befinden uns aktuell bei einem Goldpreis, wie wir ihn zuletzt 2010 hatten.

Obiger Chart verspricht uns dagegen etwa 3,5% Anstieg im Jahr. Das hatten wir seit 2012 nicht mehr im Gold.

Deshalb glauben Sie ruhig den saisonalen Charts, aber erwarten Sie nicht, dass ein Jahr genauso verläuft, wie die letzten 30 Jahre im Durchschnitt!

Jeder Jahres-Chart verläuft ein wenig anders – auch wenn es sicherlich immer wieder ähnliche Entwicklungen geben wird.

Optionen-Handel mit Gold

Es spricht nichts gegen einen Kontrakt mit Gold. Wichtig ist allerdings auch hier, dass Sie wissen, was Sie handeln.

Ein zeitlicher Spread ist gerade in solchen langen Seitwärts-Phasen wie beim Gold seit Februar ideal.

Dann sind Sie abgesichert und können sich die passenden Zeitpunkte für Ihren Verkauf aussuchen.

Diese Variante ist auf jeden Fall entspannter als mit einem Zertifikat und Stoppkursen zu arbeiten.

Schließlich beweist Gold regelmäßig, dass die Kurse unberechenbar sind – besonders, wenn es einen Feiertag gibt und nur die asiatischen Börsen geöffnet haben…

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.