Goldener Oktober an der IPO-Front

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Am Donnerstag soll das Börsendebüt des Internet-Anzeigenmarkts Scout24 stattfinden. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Steht uns an der Börse ein goldener Oktober bevor? Zumindest beginnt er kommenden Donnerstag verheißungsvoll: Dann soll das Börsendebüt des Internet-Anzeigenmarkts Scout24 stattfinden.

Anleger können die Aktien seit vergangenem Montag für 26,50 bis 33 Euro je Stück ordern.

Und diese Zeichnungsphase läuft – trotz der allgemein schwachen Börsenphase – gut. Analysten rechnen bis Ende der Orderfrist am 30. September fest mit einer für einen erfolgreichen Börsengang erforderlichen doppelten Überzeichnung.

Bereits am kommenden Freitag folgt dann die Börsenpremiere der Bayer-Kunststoffsparte Covestro. Bayer will hier bis zu 2,5 Mrd. Euro erlösen – das wäre der größte IPO in Deutschland seit dem Jahr 2000.

Das Marktumfeld ist gut genug für IPOs

Trotz der seit Wochen negativen Börsenstimmung mit starken Auf und Abs hält Covestro-Chef Patrick Thomas „das Timing für genau richtig“. Das Marktumfeld sei „gut genug“ für Börsengänge, zumal das eigene Geschäft entscheidend für den Erfolg sei.

Und das habe in diesem Jahr deutlich zugelegt. Bis zum 1. Oktober werden die Covestro-Aktien zum Kauf angeboten.

Die Preisspanne liegt bei 26,50 bis 35,50 Euro.

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Am 5. Oktober will der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler an die Börse gehen. Der fränkische Familienkonzern will mit diesem Schritt vor allem Schulden abbauen. Rund 25 Prozent der Anteile sollen frei gehandelt werden: die Familie Schaeffler trennt sich als bisheriger Alleineigentümer von bis zu 100 Mio. Aktien.

Zudem sollen weitere 66 Mio. neue Anteilsscheine ausgegeben werden, mit denen das Kapital des Unternehmens erhöht und die Schulden gesenkt werden. Alle Wertpapiere werden zunächst nur unter institutionellen Anlegern verteilt.

Auch Steilmann zieht es an die Börse

Und schließlich will auch die Modefirma Steilmann noch im Oktober an die Börse. Der Konzern, zu dem die Marken „Steilmann“, „Apanage“, „Kapalua“ und „Stones“ gehören, strebt ein öffentliches Angebot von neuen Aktien sowie eine Zulassung im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse an.

Die derzeitigen Eigentümer, mehrere italienische Familien, verkaufen selbst keine Anteile – stattdessen soll es eine Kapitalerhöhung geben.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters will der Modekonzern ein Emissionsvolumen von 100 bis 200 Mio. Euro erzielen.

Mit dem Geld soll das Wachstum des Unternehmens gepusht werden. Neben der Eröffnung von bis zu 200 Filialen pro Jahr plant Firmenchef Michele Puller die Übernahme weiterer Bekleidungsunternehmen. Steilmann fokussiert sich auf die Zielgruppe der über 45-Jährigen. Das Unternehmen macht vom Design über die Fertigung bis zum Vertrieb in eigenen Läden alles in Eigenregie.

2014 erzielte die Steilmann SE mit 8.300 Mitarbeitern in 18 Ländern einen Umsatz von knapp 900 Mio. Euro – rund 160 Mio. mehr als im Jahr zuvor. Der operative Gewinn stieg von 43,7 auf 53,3 Mio. Euro.


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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.