Goldjahr 2016: Wie konnte so etwas passieren?

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Der Goldpreis steht weiterhin unter Druck – und die Anzeichen verdichten sich, dass es erst einmal dabei bleiben könnte... (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Wenn dieses Jahr noch ein Happy End für Goldfans bereithalten soll, müsste es bald zu einer Trendwende kommen. Doch die ist aktuell nicht in Sicht – ganz im Gegenteil:

Anfang Dezember markierte der Goldpreis den tiefsten Stand der letzten 10 Monate. Ist der Goldrausch der Sommermonate also schon wieder vorbei? – Möglich:

Allein im November hat der Goldpreis 8,1% eingebüßt – damit war dies der schwächste Monat der vergangenen 3 Jahre.

Gold nach Trump-Wahl unter Druck

Unter Druck geriet der Goldpreis zuletzt v. a. durch den stärkeren US-Dollar sowie die überraschenden Reaktionen an den Märkten auf die Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten.

Denn anstatt in Panik zu verfallen, sich von Aktien zu trennen und verstärkt in Gold zu investieren, wie es zahlreiche Beobachter vorausgesagt hatten, entschieden sich die Anleger nach der Wahlnacht, die Indizes auf Rekordkurs zu schicken.

Von Trump erhoffen sie sich ein milliardenschweres Investitions-Programm, das die Wirtschaft und somit die Inflation ankurbelt und die Zinsen steigen lässt.

Steigende Zinsen erwartet

Apropos steigende Zinsen: Auch mit einer Anhebung des Leitzinses durch die Federal Reserve noch im laufenden Dezember rechnen inzwischen immer mehr Marktteilnehmer.

Dies würde den Gegenwind für den Goldpreis noch zusätzlich verstärken, da das Edelmetall keine Zinsrendite abwirft – im Gegensatz zu anderen Anlageformen.

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Entsprechende Tendenzen sind an den Anleihemärkten bereits zu beobachten. Dort steigen die Renditen, gerade für lang laufende US-Anleihen, was die Goldnachfrage eindämmt.

Beschränken China und Indien Gold-Importe?

Belastende Faktoren kommen jedoch nicht nur aus den USA:

Alarmiert reagierten Goldfans auch auf die Nachricht, dass China möglicherweise die Gold-Importe begrenzen will, um die Kapitalflucht heimischer Investoren einzudämmen.

Sollten sich die Meldungen bestätigen und China den Goldimport reduzieren, hätte das massive Auswirkungen auf den Goldpreis.

Immerhin ist das Reich der Mitte mit rund 1.000 t pro Jahr der größte Gold-Importeur der Welt. Auf Platz 2 rangiert Indien; und auch von dort gab es zuletzt Gerüchte, wonach der Goldimport eingeschränkt werden könnte.

Mit sinkender Nachfrage der beiden größten Goldsammler-Nationen und gleichzeitig steigendem US-Dollar und anziehenden Zinsen dürfte der Goldpreis in nächster Zeit noch deutlich stärker unter Druck geraten, als dies in den vergangenen Wochen bereits der Fall war.

Unterm Strich schwache Jahresbilanz

Für die Jahresbilanz 2016 bedeutet das aus Sicht der Goldfans wenig Erfreuliches: Auf Jahressicht lag das Plus beim Goldpreis zuletzt bei nicht einmal mehr 10% – Tendenz: sinkend.

Dabei hatte es so glanzvoll ausgesehen: Gestartet mit gerade einmal 1.065 Dollar schoss der Goldpreis im Frühjahr in die Höhe auf über 1.365 Dollar im Juli. Zuletzt war die Feinunze für rund 1.175 Dollar zu haben.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.