Goldmarkt: China kauft so viel ein wie noch nie

Was ist nur mit dem Goldmarkt los? Weltweit tauchen immer mehr Krisenherde auf. Der Preis des Edelmetalls will jedoch einfach nicht steigen.

Fakt ist: Auf dem physischen Goldmarkt finden derzeit massive Verschiebungen statt. Regelmäßig weise ich an dieser Stelle darauf hin. China gewinnt dort immer mehr Einfluss.

Mein Kollege Oliver Gross beschäftigt sich ganz intensiv mit diesem Thema. Als Chefredakteur des Börsendienstes“ Der Rohstoff-Anleger“ analysiert er ständig die aktuellen Lieferstatistiken beim Gold. Dabei sind ihm in den aktuellen Zahlen wieder einige extrem spannende Fakten aufgefallen. Das ist Anlass genug für mich, Ihnen heute seine Analyse vorzustellen:

„Der Goldhunger im Reich der Mitte kennt wahrlich keine Grenzen. Der physische Goldmarkt zählt immer mehr Rekorde. Hier habe ich mir für Sie erneut die aktuelle Situation an der wichtigsten, physischen Goldbörse der Welt – der Shanghai Gold Exchange – ganz genau angesehen.

Stellen Sie sich vor: Die Chinesen haben in Shanghai während der ersten 6 Monate in 2015 so viel physisches Gold nachgefragt wie noch nie zuvor in einem ersten Halbjahr. In Zahlen ausgedrückt sprechen die Entwicklungen Bände: Die Gold-Auslieferungen in Shanghai betrugen vom 1. Januar bis 26. Juni 2015 (letzte Datenreihe) sagenhafte 1.162 Tonnen Gold. Für Sie in Perspektive gerückt: Weltweit werden zurzeit nicht mehr als 3.000 Tonnen Gold pro Jahr produziert.

Der chinesische Kaufrausch beim Gold hält weiter an

So steht weiterhin fest: Die Chinesen kaufen einmal mehr Gold als gebe es kein Morgen mehr. Der starke Trend setzt sich fort und es nicht mal annähernd in Sicht, dass wir hier einen Trendabbruch sehen werden. Bedenken Sie hier bspw: China ist seit einigen Jahren auch der größte Gold-Produzent der Welt. Doch alles Gold verbleibt im Land und kommt nicht auf den freien Markt.

Die physische Goldnachfrage läuft beim wichtigsten Gold-Konsumenten (zusammen mit Indien) auf ein neues Rekordhoch, die Krisen weltweit eskalieren, die Schulden steigen und steigen – und was macht der Goldpreis? Er scheint im Sterbebett zu liegen und zeigt sich regungslos. Wie ist das zu erklären?

Ganz einfach. Der physische Goldmarkt hat aktuell so gut wie keinen Einfluss auf den (Papier)-Goldpreis, der an den Terminbörsen – allen voran die weltgrößte und mächtigste Terminbörse COMEX New York – gemacht wird. Hier findet das große Zocken statt und alle großen Spieler in der Finanzbranche inkl. der großen Banken & Hedgefonds sind natürlich die Haupt-Akteure.

Kann das ewig so weiter gehen, dass der Goldpreis von den großen Finanz-Kraken, den Notenbanken und den Hedgefonds beliebig beeinflusst und manipuliert werden kann? Gewiss nicht. Auch hier ist es eine Frage der Zeit, bis der reale, physische Markt auf den Zockermarkt an der Terminbörse erneut durchschlägt bzw. die irren Spekulanten sich selber zerstören.“

Soweit Oliver Gross, der Chefredakteur des Börsendienstes „Der Rohstoff Anleger“ mit seiner aktuellen Analyse zum Goldmarkt. Hier sehen Sie ganz klar: Aktuell wird der Goldpreis aktiv heruntergedrückt. Solche Phasen können nicht ewig andauern. Das gilt ganz besonders in Zeiten, in denen es immer mehr internationale Krisen gibt.

15. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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