Goldmarkt: Minenproduktion leicht rückläufig

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Trotz hoher Investitionen in neue Projekte geht aktuell die Minenproduktion leicht zurück. Dabei gibt es regional gesehen große Unterschiede. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Der Goldmarkt ist schon etwas Besonderes. Er funktioniert eben nicht einfach nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Das gilt zwar für viele Rohstoffmärkte – aber eben nicht für Gold. Hier sind zu viele unterschiedliche Marktakteure mit dabei. Das macht auch den speziellen Reiz des Edelmetalls aus.

Welche Faktoren die Preise beeinflussen und wie es aktuell um das Angebot und die Nachfrage bestellt ist, haben die Experten der Scotia Bank im aktuellen Quartalsbericht zum Goldmarkt analysiert. Diese Studie ist inhaltlich so stark, dass ich Ihnen gleich in zwei Ausgaben die wichtigsten Punkte vorstellen werde. Heute steht erst einmal das Angebot im Fokus und in einer weiteren Ausgabe in dieser Woche werde ich Ihnen die wichtigsten Nachfragefaktoren näher vorstellen.

Die Preisentwicklung beim Gold war im 4. Quartal 2019 deutlich ruhiger als zuvor. So war die Handelsspanne doch eingeengt in einem engen Bereich von nur 63 USD zwischen 1.454 und 1.517 USD pro Feinunze. Zu Beginn des neuen Jahres kam dann direkt der nächste deutliche Aufschwung mit dem kurzzeitigen Sprung über die Marke von 1.600 USD. Doch diese höchste Marke seit sieben Jahren konnte der Goldpreis nicht halten und wir liegen derzeit im Bereich um 1.570 USD pro Feinunze.

Spannend ist aber der Blick auf die Entwicklung in anderen Währungen als dem USA-Dollar. Hier hat Goldin nahezu allen maßgeblichen Währungen zuletzt neue Rekorde erzielt. Das gilt für uns auf Eurobasis mit dem klaren Sprung über die Marke von 1.400 Euro.

Goldangebot 2019 leicht rückläufig

Beim Blick auf die Entwicklung beim Goldangebot fällt auf, dass es 2019 vor allem auch bei der Minenproduktion einen leichten Rückgang gab. So sank die globale Minenproduktion um 1% auf 3.464 Tonnen. Das gesamte Goldangebot legte jedoch um knapp 2% zu. Hier sorgte ein höherer Anteil beim Goldrecycling für einen Anstieg um 2% auf 4.776 Tonnen.

Doch bei der regionalen Minenproduktion gab es ein sehr gemischtes Bild. Einige Länder schafften ein jährliches Produktionsplus, wie beispielsweise Russland wo die Produktion um immerhin 8% zulegte. Auf der anderen Seite hatten einige Länder zum Teil deutliche Rückgänge bei der Produktion.

Wegen Problemen bei dem Megaprojekt Grasberg sank beispielsweise die Produktion in Indonesien deutlich ab. Auch China musste schon den dritten Rückgang der Produktion vermelden – und durch die Auswirkungen des Coronavirus wird auch der Start ins neue Jahr in China eher schwach ausfallen. Allerdings hat der Produktionsrückgang in China einen wirklich positiven Hintergrund, denn dort gelten jetzt nach Angaben der Experten der Scotia Bank strengere umwelttechnische Regelungen.

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Heiko Böhmer
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