Goldmarkt Update: Das erste Quartal 2020 war überdurchschnittlich

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Trotz Corona-Krise hat Gold ein starkes erstes Quartal erreicht. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht des World Gold Councils (WGC) hervor. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Der Goldmarkt erlebt stürmische Zeiten. Da lohnt es sich genauer auf die Entwicklung im 1. Quartal zu schauen – den Zeitraum, in dem die Corona-Krise voll ausgebrochen ist. Fakt ist: Gold war und ist das Investment der Stunde in der Krise. Das hat das Edelmetall einmal mehr eindrucksvoll in den ersten 3 Monate des Jahres unter Beweis gestellt.

Aber sehr aufschlussreich ist der Blick auf die Entwicklung des Marktes – besonders bezogen auf die Nachfrageseite. Hier hat es im1. Quartal massive Verschiebungen gegeben – obwohl in Summe die Nachfrage sogar 1% höher war als im Vorjahr.

Die detaillierten Daten zum Goldmarkt liefert immer wieder das World Gold Council, ein mächtiger Branchenverband. Dabei ist das Bild beim Blick auf die Nachfrage zweigeteilt. So steht auf der einen Seite die sehr starke Investmentnachfrage. Die ist im Vorjahresvergleich um unglaubliche 80% angestiegen.

Ein wichtiger Treiber waren hier sicherlich die vielen global aktiven Gold-ETFs. Die haben die Bestände in den ersten 3 Monaten auf fast 298 Tonnen erhöht. Das entspricht annähernd einer Versiebenfachung der Werte im Vergleich zum Vorjahr. Auch hieran erkennen Sie: Wir leben in erstaunlichen Zeiten.

Investment-Sektor hat die Goldnachfrage angetrieben

Doch massive Einbrüche gab es auch bei der Goldnachfrage. So stand vor allem der Schmucksektor unter Druck. Hier fiel die Nachfrage um 39% im Vergleich zum Vorjahr auf nur noch 325 Tonnen. Das ist im Übrigen der niedrigste Wert der Schmucknachfrage beim Gold seit 10 Jahren. Bei den Summen fällt auch eine Sache noch auf: Weltweit haben die ETFs schon fast so viel Gold gekauft wie die ETFs. Insgesamt lag der Goldbestand der ETFs zum Stichtag 31. März 2020 bei 3.185 Tonnen – ein neuer Rekordwert.

Die weiteren wichtigen Bereiche in der Gold-Nachfrage zeigten auch kleine Einbrüche im Bereich zwischen 6 und 8%. Dazu gehörten beispielsweise auch der industrielle Bedarf und das Kaufvolumen der Notenbanken.

Eine Sonderrolle nimmt der physische Kauf von Barren und Münzen ein. Auch hier ergibt sich ein geteiltes Bild: Die große Nachfrage nach Münzen in vielen westlichen Ländern hat in diesem Segment eine massiven Nachfrageanstieg von 36% auf knapp 77 Tonnen gebracht. Dieser Wert entspricht einem 3-Jahres-Hoch.

Bei den Barren hingegen brach die Nachfrage weltweit gesehen um 19% auf nur noch 150 Tonnen ein. Das lag auch daran, dass viele asiatische Länder, in denen vor allem die kleineren Barren besonders beliebt sind, schon früh von den massiven Beeinträchtigungen der Corona-Krose betroffen waren und so der Handel deutlich zurückging. Gleichzeig haben wohl aber auch viele Goldbesitzer die hohen Preise im1. Quartal zum Verkauf von eigenen Beständen genutzt.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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