Goldmarkt Update: Minenproduktion bricht ein

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Im ersten Quartal ist die weltweite Goldproduktion in Minen deutlich eingebrochen – in Summe um 4%. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Der Goldmarkt bleibt spannend – daher blicke ich auch heute noch einmal auf die aktuellen Trends. Im Fokus steht heute die Angebotsseite, die im abgelaufenen 1. Quartal eine besondere Phase erlebt hat. Die Daten dazu habe ich wieder im Quartalsbericht des World Gold Council (WGC) gefunden.

Fakt ist: Die Auswirkungen der Corona-Krise waren am Goldmarkt schon früh spürbar. Dazu müssen Sie wissen: China ist das Land mit der weltweit größten Goldproduktion. Die Einschränkungen der Wirtschaft betrafen doch sehr früh auch den Minensektor – und damit auch schon im ersten Quartal die Gesamtproduktion.

So ist in China zwischen Januar und Ende März die Goldproduktion um 12,2% im Jahresvergleich gesunken. Weltweit gesehen ließ die Produktion um 4% nach auf nur noch 1.066 Tonnen. Das war der niedrigste Wert in einem Quartal seit dem 2. Quartal 2013. Zudem hat es auch einen klaren Rückgang beim Goldrecycling gegeben.

Das ist die zweite große Quelle des Goldangebots. Das kennen Sie sicher von den vielen grellen Hinweisschildern, die hohe Preise zum Goldankauf bewerben. Doch Vorsicht: Hier sind die Unterschiede sehr groß und was Sie da beachten sollten, werde ich Ihnen noch in einer anderen Ausgabe einmal genauer vorstellen.

Doch zurück zur aktuellen Quartalsbilanz der Goldproduktion. Hier hat die Corona-Krise spätestens im April auch noch einmal für viele Schließungen von Minen gesorgt. Mexiko hat so im April die kompletten Minenaktivitäten geschlossen. Dies ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land – allerdings spielt die Silberproduktion dort eine viel größere Rolle. Aber der komplette Shut-Down der  Minenbrache in einem so wichtigen Land wie Mexiko ist schon ein Hiwneis darauf, was derzeit in Zeiten der Corona-Krise los ist.

Goldproduktion in China ist um 12% eingebrochen

Auch andere Länder haben deutliche Rückgänge bei der Goldproduktion gemeldet – die zum Teil noch stärker ausgefallen sind als in China. Von den Top-Ländern meldete so Peru einen Einbruch um 17%. In Argentinien ging die Goldproduktion um 13% zurück. Und Südafrika, ein weiteres Land aus den TOP-10, hat einen Rückgang um 11% zu verkraften – und das bei der ohnehin schon angespannten Lage der Minenbranche mit häufigen Streiks oder auch Stromausfällen. Das alles wird die Produktion ganz stark im 2. Quartal belasten – insofern deutet der Trend aus dem ersten Quartal auf eine sinkende Jahresproduktion beim Gold hin.

Und sollte die auf der anderen Seite hohe Nachfrage weiter bestehen, dürfte das auch für weitere Preissteigerungen sorgen. Schon jetzt hatten Goldhändler große Probleme die massiv gestiegene Nachfrage auch wirklich zu bedienen.

Und ein Aspekt spielt bei den Minen auch noch eine Rolle: Durch die Schließungen oder Beeinträchtigungen der Krise verschieben sich auch die Zeitpläne für neue Projekte. So werden etliche Minen, die 2020 mit der Produktion starten wollten, wohl erst im kommenden Jahr loslegen können. Das ist ein Aspekt, der sicherlich auch noch länger auf den Goldmarkt wirken wird.

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Heiko Böhmer
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