Goldminen bieten historische Chance

Trotz des steigenden Interesses ist es immer noch so, dass nur in einem kleinen Teil aller Depots überhaupt Goldaktien vorhanden sind.

Dabei gehören diese Aktien in jedes Depot. Dafür sprechen gleich mehrere Gründe, die ich Ihnen heute noch einmal ausführlich vorstellen möchte.

Denn eins ist klar: Im historischen Maßstab sind Goldaktien derzeit günstig. Nur ein Beispiel: Barrick Gold, der größte Goldproduzent der Welt, bringt es derzeit auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13,5. Das ist im Vergleich zu vielen anderen Unternehmen noch hoch. Aktuell bekommen Sie internationale Qualitätsaktien mit einem niedrigen einstelligen KGV von unter 6. Beispiele dafür sind Volkswagen oder auch Daimler.

Doch Goldminen haben immer eine höhere Bewertung. Es ist ein kapitalintensives Geschäft. Zudem hängt der Erfolg noch direkt am Goldpreis. Aber mit dem aktuellen Wert von 13 liegt die Bewertung von Barrick Gold derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren. Das ist auf jeden Fall attraktiv.

Goldminen sind extrem niedrig bewertet

Und es bleibt auch dabei: Im Vergleich zum Gold haben Goldminen immer noch ein Aufholpotenzial. In den vergangenen Jahren hat sich aber gezeigt, dass Goldaktien deutlich stärker schwanken als der Goldpreis.

In der Finanzkrise 2008 wurden eben beim allgemeinen Ausverkauf im Herbst Goldaktien als Aktien bewertet und stürzten ab. Beim Goldpreis kam es jedoch nur zu einem kleineren Ausverkauf.

Im folgenden Bullenmarkt konnten die Goldaktien etwas wieder aufholen. Aber im laufenden Jahr hinken die Goldaktien dem Goldpreis deutlich hinterher: Seit Jahresanfang hat der Goldpreis um 14% zugelegt. Der Market Vectors ETF, ein Indexfonds in dem die wichtigsten Goldminen vertreten sind, hat jedoch 7% an Wert verloren.

Minenaktien bieten einen Hebel zum Goldpreis

Der große Vorteil der Goldaktien liegt in dem Hebel, den sie zum Goldpreis bieten. Grundsätzlich produzieren die allermeisten Goldminen aktuell für durchschnittlich 850 Dollar pro Unze. Der Verkaufspreis liegt aktuell bei mehr als 1.650 Dollar. Damit ergibt sich ein Gewinn pro Unze von 800 Dollar. Und wenn der Goldpreis nun noch einmal um 200 Dollar steigen sollte, erhöht sich der Ertrag der Minen um 25%.

Aber genau dieser Hebel ist auch ein Risiko: Fällt der Goldpreis deutlich, schmelzen auch die Margen der Produzenten zusammen. Aber eins ist auch klar: So hoch wie derzeit waren die Margen bei den Goldminen noch nie. Allein in den beiden vergangenen Jahren hat sich die Marge bei vielen Goldminen verdoppelt.

Goldminen bilden bestimmt keine Spekulationsblase

Kritiker wenden nun ein, dass Goldminen sich in einer Blase befinden, weil sich der Goldpreis in einer Blase befindet. Beides stimmt nicht. Der Goldpreis notiert aktuell immer noch deutlich unter dem inflationsbereinigten Hoch von 1980. Damals kostete Gold 850 Dollar pro Unze.

Rechnet man diesen Wert inflationsbereinigt auf heutiges Niveau um, so ergibt sich ein Wert von rund 2.250 Dollar pro Unze. Hier hat Gold noch sehr viel Luft.

Und auch bei den Goldminen gilt: Bei historisch niedrigen Bewertungen und Rekordgewinnen sind wir auf keinen Fall in einer Blase. Bedenken Sie: Barrick Gold, der größte Goldproduzent der Welt, bringt es nur auf eine Marktkapitalisierung von annähernd 50 Mrd. Dollar.

Dahinter stehen aber mehr als 7 Mio. Unzen Goldproduktion pro Jahr. Dieser Marktwert ist auf keinen Fall übertrieben.

13. Oktober 2011

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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