Goldminen: Das müssen Sie jetzt beachten

Kaum eine Anlageklasse ist derzeit so aus der Mode wie Minenwerte. Die Schwäche der Edelmetallpreise hat diese Werte stark unter Druck gesetzt. Selbst Branchengrößen wie Barrick Gold oder Goldcorp haben im laufenden Jahr mehr als 40% an Wert verloren.

Das ist deutlich mehr als der Goldpreis oder der Silberpreis in diesem Jahr an Wert verloren haben.

Wie bei den anderen Branche auch, so läuft jetzt auch bei den Minenwerten die Berichtssaison.

Einige Schwergewichte der Branche haben ihre Zahlen schon vorgelegt. Bei anderen Werten stehen die Zahlen in den kommenden Wochen noch auf dem Programm.

Nach Goldcorp am Ende der vergangenen Woche folgt beispielsweise am kommenden Donnerstag Barrick Gold mit der Bilanz zum zweiten Quartal. Fakt ist: Die Goldminen stehen vor massiven Abschreibungen.

Die sind notwendig, weil der Wert vieler Vorkommen in den Bilanzen nicht mehr dem aktuellen Marktwert entspricht. Allein Goldcorp musste hier Abschreibungen in Höhe von mehr als 1,8 Mrd. Dollar vornehmen.

Doch noch schlimmer ist die sinkende Ertragskraft bei den Minenwerten. Stellen Sie sich vor: Der Gewinn bei Goldcorp ist im zweiten Quartal um 80% im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen.

Dabei ist die operative Marge auf nur noch 80 Dollar pro Unze zusammengeschmolzen. Das ist extrem wenig in einem so herausfordernden Umfeld, wie es die Minenwerte derzeit erleben.

Achten Sie auf die Gesamtkosten der Produktion bei den Minen 

Entscheiden für die Ertragskraft der Minen sind eben die kompletten Produktionskosten. Dieser Faktor wird mit dem Begriff „All-In-Kosten“ umschrieben. Und immer mehr Unternehmen gehen dazu über, diese Werte auch zu berichten.

Bislang war es eben üblich die Cashkosten der Produktion zu berichten. Hier liegen viele Unternehmen wie eben auch Goldcorp in einem Bereich um 600 Dollar pro Unze.

Das sieht auf den ersten Blick komfortabel aus – immerhin liegt der Goldpreis bei rund 1.300 Dollar pro Unze. Doch diese Kosten spiegeln die Realität nicht wider.

Nicht enthalten sind entscheidende Kosten für die Wiederbeschaffung der abgebauten Ressourcen oder auch die Kapitalkosten. Doch genau das sind ganz entscheidende Faktoren für einen Minenbetreiber.

Sorgt ein solches Unternehmen nicht schnell für Ersatz der abgebauten Ressourcen, geht es mit der Gesamtproduktion bergab und das Unternehmen verliert sehr schnell das Vertrauen der Investoren.

Und viele Firmen haben jetzt schon „All-In-Kosten“ von 1.200 Dollar und mehr pro Unze gemeldet. Da wird es eng mit der Ertragskraft. Und das ist auch ein Grund für den massiven Gewinneinbruch, z.B. bei Goldcorp.

Und dieser Gewinneinbruch hat die Aktie deutlich unter Druck gesetzt: Mit nur noch 28 Dollar notiert die Goldcorp Aktie in der Nähe der 5-Jahres-Tiefs. Dennoch bietet das aktuelle Niveau noch hohe Risiken.

Ohne eine durchgreifende Erholung der Edelmetallpreise werden auch die Goldminen nicht durchstarten – insofern bleibt Abwarten die beste Wahl in diesem Sektor.

29. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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