Goldminen: Höherer Durchschnittspreis 2019 hat massiv geholfen

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2019 war ein gutes Goldjahr mit einem Anstieg beim durchschnittlichen Preis von knapp 10%. Das hat den Produzenten geholfen und die Notenbanken zu neuen Käufen animiert. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Beim Blick auf den Goldmarkt ist die Entwicklung der Minenproduktion und vor allem auch der Kosten von großer Bedeutung. Genau hier hat 2019 erstaunliche Entwicklungen gebracht. Das ist auch ein Ergebnis der aktuellen Marktanalyse der Scotiabnak aus Kanada, die ich Ihnen in dieser Woche schon einmal vorgestellt hatte.

Ein wichtiger Aspekt ist tatsächlich die Kostenstruktur der großen Minenkonzerne. Hier liegt tatsächlich der Gewinnhebel für die Goldminen. Gelingt es, die Kosten im Griff zu behalten in Phasen, wenn der Goldpreis steigt, bedeutet das deutlich steigende Margen.

Zunächst einmal müssen Sie wissen, dass die reinen Produktionskosten nur eine Seite der Medaille abbilden. Das sieht bei vielen Goldminen sehr gut aus. So haben im Branchendurchschnitt laut Scotiabank die reinen Produktionskosten im ersten Halbjahr 2019 schon klar zugelegt. Für das Gesamtjahr liegen jedoch noch keine finalen Daten vor.

Doch bei Produktionskosten von knapp 700 USD bleibt eine ordentliche operative Marge für viele Goldminen. Das sieht aber schon wieder ganz anders aus, wenn wir uns die Gesamtkosten der Produktion betrachten. Die lagen im Gesamtjahr 2018 schon bei fast 900 USD pro Unze. Und hier sehen Sie schnell wie kleine die operative Marge damals war, denn der Durchschnittspreis lag damals nur bei knapp 1.270 USD pro Unze.

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2019 hat hier sicherlich eine deutliche Verbesserung gebracht, denn der durchschnittliche Goldpreis stieg um annähernd 10% auf immerhin 1.393 USD. Hier ist also der durchschnittliche Goldpreis deutlich schneller angestiegen als die Kosten. Im Ergebnis sind so die Margen angewachsen.

Doch für 2020 erwartet die Scotiabank nach den Signalen aus dem Vorjahr eher eine unveränderte Entwicklung bei den Kosten. Sollte der Goldpreis so stabil bleiben wie zuletzt, hieße das auch stabile Margen bei den Produzenten. Damit bleiben etliche Goldaktien interessant für den langfristigen Einstieg.

Notenbanken geben mit Goldkäufen den Weg vor

Doch wie seiht es denn auf der Nachfrageseite aus? Die ist für die Preisentwicklung beim Gold auch ganz wichtig. Und hier weisen die Experten der Scotiabank auf die weiterhin wichtige Rolle der Notenbanken hin. Dazu müssen Sie wissen: Die allermeisten Notenbanken weltweit halten bestimmte Anteile der eigenen Währungsreserven in Gold. Wenn schon Notenbanken strategisch so aktiv sind, sollten Sie das als Anreiz nehmen auch Ihr Goldpositionen danach auszurichten.

Nur so viel in dieser Ausgabe zur Rolle der Notenbanken: Ende 2019 summierten sich die offiziell gemeldeten Goldbestände der weltweiten Notenbaken auf 34.717 Tonnen. Das entspricht ungefähr der zehnfachen jährlich nachgefragten Goldmenge.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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