Goldnachfrage in Asien drastisch eingebrochen

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China und Indien sind wichtige Länder für die globale Goldnachfrage passiert. Dort ist zuletzt die Nachfrage stark eingebrochen – und das hat Folgen für den Weltmarkt. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Der Blick auf den Goldmarkt bietet zwei Möglichkeiten: Entweder schaut man auf die Angebotsseite und damit auf die Produzenten. Oder die Nachfrageseite steht im Fokus. Genau das möchte ich heute tun und speziell auf die aktuelle Nachfrage beim Gold in Asien schauen.

Der physische Goldmarkt wird sehr stark von zwei Ländern dominiert. Das ist zum einen China und zum anderen Indien. In beiden Ländern spielt Gold eine sichere größere Rolle als beispielsweise bei uns in Deutschland. Daher lohnt es sich heute einmal genauer hinzuschauen, wie sich die aktuelle Goldnachfrage in diesen beiden Ländern entwickelt.

Und tatsächlich hat sich sowohl in China als auch in Indien zuletzt eine Nachfrageschwäche ausgebildet. Das klingt erst einmal komisch, da bei uns in Deutschland zuletzt die physische Nachfrage deutlich angestiegen. Gold hat als Krisenwährung wieder massiv an Bedeutung gewonnen.

Laut aktueller Angaben der Statistikbehörde Hongkong hat China jedoch im März nur 13,5 t Gold aus Hongkong importiert. Im direkten Vergleich zum Februar ist das ein starker Anstieg. So hatte China dreimal so viel importiert wie im Februar und die Menge von 13,5 t Gold entspricht ungefähr dem Wert von Januar und Februar zusammen.

Goldimporte in China 75% unter dem Vorjahres-Niveau

Doch wie nicht anders zu erwarten, lag die Importmenge der Monate Januar und Februar auf einem extrem niedrigen Niveau – ausgelöst durch die Lockdowns in China und die Ausbreitung der Corona-Krise. Wie massiv jedoch der Goldimport eingebrochen ist, zeigt erst der Vergleich zum Vorjahr. Die aktuell importierte Menge von 27,4 t liegt 75 % unter dem Wert aus dem Vorjahr.

Weitere offizielle Zahlen stützen die schwache Nachfrage in China. So hat der Verband der chinesischen Goldproduzenten im ersten Quartal einen Nachfragerückgang von annähernd 50 % hinnehmen müssen. Laut Angaben der chinesischen Marktexperten ist die Kaufzurückhaltung vor allen Dingen auf die Einschränkung durch die Corona-Krise und die hohen Preise in lokaler Währung zurückzuführen.

Ähnlich sieht es in Indien aus. Auch dort ist die Goldnachfrage deutlich zurück gegangen. Die indische Schmuckindustrie rechnet nach aktuellen Mitteilungen sogar mit einem Rückgang der Nachfrage auf ein 30 Jahres-Tief. Wie Sie sich vorstellen können, sind auch dort die Gründe ähnlich wie in China. Allerdings muss man eins bedenken: Die Einschränkungen in Indien haben deutlich später eingesetzt als in China.

Allerdings wird dieser deutliche Rückgang der Goldnachfrage in Asien durch massive Steigerungen der Investmentnachfrage in Europa und den USA teilweise ausgeglichen. Wie die Bilanz im ersten Quartal genau ausgefallen ist, werde ich Ihnen auf Basis des aktuellen Quartalsberichts des World Gold Councils in der kommenden Woche genauer vorstellen.

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Heiko Böhmer
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