Goldnachrichten überschlagen sich – gut so

Wer auf den Schweizer Franken setzt, macht für seine Vorsorge nichts falsch.

Diesen Eindruck vermitteln die Spezialanalysten für Devisen, wenn Sie diverse Beiträge lesen. Auch in den Massenmedien gilt der Franken als die(!) Währung schlechthin, abgesehen vom australischen Dollar oder der norwegischen Krone.

Diese Währungen aber eignen sich kaum, wenn es darum geht, den Handel langfristig sicher zu stellen. Für Ihre Vorsorge aber gilt aus meiner Sicht: setzen Sie nicht zu stark auf den Franken.

Gefahr wächst: Gold auch in der Schweiz wichtig

Der Schweizer Franken wurde in den vergangenen Monaten aus Sicht der Unternehmen sowie der Zentralbank zu stark. Daher haben die Notenbanker die Reißleine gezogen. Der Schweizer Franken unterliegt Rahmenbedingungen, die Zürich streng kontrollieren wird.

Das heißt: steigt der Franken zu stark an, schmeißt die Notenbank die Geldpresse an und flutet den Markt mit Franken.

Auf die Details will ich hier gar nicht eingehen, weil diese Bedingungen sich schnell ändern werden. Nur: Rechnen Sie aber damit, dass der Franken auch kein sicherer Hort ist, der Ihre Kaufkraft über Jahre erhalten wird. In Gold gemessen hat etwa der Franken auch nahezu annähernd soviel verloren wie Euro oder US-Dollar.

Damit komme ich zum Nachtrag, den ich Ihnen angesichts meiner gestrigen Gold-Meldung noch senden wollte: die Schweiz hat inzwischen auch mehr Gold im Handel als den Franken-Liebhabern recht ist. Dies meldete vor Tagen sogar die „Welt“ in einem allerdings kleinen Beitrag. Konkret ging es darum, dass eine Bank es erlaubt, bestimmte Produkte mit Gold zu bezahlen.

Gold ist Währung

Wenn Sie bei der Schweizer „Scoach“ so genante strukturierte Produkte kaufen, können Sie in Gold bezahlen. Klingt kompliziert, ist aber einfach: strukturierte Produkte sind Anlagezertifikate, wie wir sie auch bei uns kennen. „Express“-Zertifikate sind es in der Schweiz – oder „Barrier Reverse Convertibles“.

Letztere sind wieder Kapitalschutz-Zertifikate, wie Sie diese auch bei uns kennen.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen gar nicht empfehlen, genau diese Papiere zu kaufen. Nur: bemerkenswert ist eben, dass Sie in Gold zahlen können. Der Handel ist nicht einfach – und ich werde Ihnen diesen auch gar nicht empfehlen. Sie müssten das Gold auf einem Handelskonto lagern – das heißt quasi eine Bestätigung darüber haben, dass Sie Gold besitzen.

Ich berichte Ihnen dies alles nur, weil zum ersten Mal Gold als Währung offiziell von einem Geschäftspartner in großem Stil anerkannt wird.

Dabei erinnere ich Sie auch noch einmal kurz daran, dass der US-Bundesstaat Utah Gold bereits als Alternative zum US-Dollar anerkennt. Eine Sensation, aber Sie können etwa Ihre Steuerschulden in Gold oder Silber zahlen.

  • Insgesamt wird deutlich, dass Gold immer bedeutender wird – als Handelswährung. Entscheidend wird sein, wie viel Vertrauen Investoren und Konsumenten Gold gegenüber aufbringen. Vertrauen ist die entscheidende Währung.
  • Die Staaten können Gold als Währung verbieten. Verbote aber nützen wenig, es sei denn, die betreffenden Regierungen und Bürokratien setzten das Goldverbot mit aller Härte durch.
  • Um sich zu wappnen, können Sie Gold als zusätzlichen Schutz mit maximal 15% in Ihrem Vermögen vorhalten – allein des Goldverbotes wegen empfehle ich nicht, den Anteil wesentlich höher zu schrauben.

PS: Wenn Sie in Gold investieren, bleibe ich bei der Empfehlung, vor allem physisches Gold zu nehmen. Dabei sind Sie nicht auf die Rückzahlungsfähigkeit irgendwelcher Emittenten angewiesen.

Weitere Informationen erhalten Sie aus unseren Spezialredaktionen. Achten Sie bitte auf den Link am Ende dieses Briefes.

19. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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