Goldpreis 2016: Warum die Stimmung bei Anlegern aufhellt

Der Goldpreis hat in den letzten Jahren gelitten – steht nun die Trendwende bevor? Einiges spricht durchaus dafür. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Gold-Fans haben schwere Zeiten hinter sich. Im Zuge der Finanzkrise schoss der Preis für das Edelmetall durch die Decke und markierte 2011 neue Höchstständebei bis zu 1.900 Dollar – doch seither geht es abwärts, und das nicht zu knapp.

Um rund 40 Prozent ist der Goldpreis in den vergangenen Jahren abgesackt, ein Ende der Abwärtsspirale ist nach Einschätzung vieler Experten erst einmal nicht in Sicht.

Zuletzt war die Feinunze für etwa 1.100 Dollar zu haben, doch einige halten das Durchbrechen der 1.000er-Linie nach unten für ein durchaus realistisches Szenario.

Dennoch gibt es vereinzelt auch Stimmen, die mahnen, das Potenzial sowohl von Gold als auch von Minenbetreibern nicht zu unterschätzen. Ihnen zufolge steht eine Trendwende bevor, die den Goldpreis künftig wieder deutlich anschieben könnte.

Geldpolitik der Notenbanken verfehlt ihr Ziel

So wird etwa auf die Geldpolitik der Notenbanken verwiesen. Die Federal Reserve hat in den vergangenen Jahren Milliarden in die Märkte gepumpt. Vor gut einem Jahr lief ihr QE-Programm (Quantitative Easing) aus, doch nun zieht die Europäische Zentralbank mit ähnlichen Maßnahmen nach.

Monat für Monat wird so die Liquidität gesteigert, was allerdings nur zu einem kleinen Teil in Form von Krediten bei den Unternehmen ankommt.

Denn das ist die eigentliche Intention des Programms: Banken sollen angehalten werden, Kredite an Firmen zu vergeben, sodass diese mehr Spielraum für Investitionen und letztlich Wachstum haben.

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Die Realität sieht bekanntlich anders aus. Ein Großteil des zusätzlichen Geldes sickert in die Aktienmärkte und kann dort ebenso schnell verpuffen, wie es kam – nicht zuletzt die desaströse erste Handelswoche des neuen Jahres hat noch einmal schmerzlich verdeutlicht, welch volatiles Potenzial auch im Dax schlummern kann.

Droht ein neuer Kollaps?

Weil aber nicht die Inflationsrate steigt – zumindest nicht im angestrebten Umfang – sondern stattdessen das Vermögen Einzelner wächst, verschärfen sich die grundlegenden Probleme, die schon 2007 zum Kollaps der globalen Finanzsysteme führten.

Sollte es zu einem erneuten Zusammenbruch kommen, ist gut aufgestellt, wer Gold besitzt – denn das Edelmetall gilt seit jeher als akzeptierte Währung in Krisenzeiten, gerade weil sein Realbestand deutlich langsamer wächst als derjenige der diversen Papierwährungen.

Ein weiteres Trostpflaster für hiesige Goldanleger: In US-Dollar sieht der Kurssturz zwar dramatisch aus – das hängt aber auch mit dem allgemein schwachen Dollar zusammen.

In anderen Währungen, Euro inklusive, hat der Goldpreis seit seinem Tief Ende 2013 schon wieder merklich angezogen.

War die Feinunze seinerzeit für unter 900 Euro zu haben, kostet sie mittlerweile wieder gut 1.000 Euro und hatte sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 sogar auf bis zu 1.150 Euro vorgekämpft.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.