Goldpreis: Am Anfang einer Rally?

Steht der Goldpreis mit seinem jüngsten Ausbruch nach oben gerade am Beginn einer längeren Rally? (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Neues Jahr, neuer Schwung? Manches spricht dafür, dass sich am Goldmarkt im Jahr 2018 eine neue Dynamik entwickeln könnte, die den Preis je Feinunze wieder kräftig anschieben dürfte.

Bereits seit Mitte Dezember befindet sich der Goldpreis im Aufwind und bewegt sich seither zielstrebig in Richtung Jahreshoch. Und das könnte erst der Anfang einer länger anhaltenden Bullenphase sein, davon sind immer mehr Experten überzeugt.

Faktor Zinsentwicklung

Ein – von Goldfans wie Skeptikern – häufig zitierter Faktor ist die Zinsentwicklung. Während Skeptiker auf die schrittweise Anhebung der Leitzinsen durch die US-Notenbank Federal Reserve verweisen, entgegnen Goldliebhaber stets, dass sich die Zinsen trotz der jüngsten Anhebungsschritte nach wie vor auf historisch niedrigem Niveau bewegen.

Beide haben Recht: Zinsen sind für den Goldpreis insofern relevant, als Gold an sich keine Zinsen abwirft, sondern – ganz im Gegenteil – noch Lagerungskosten verursacht und somit im Vergleich zu anderen Anlageformen unattraktiver erscheinen mag. Allerdings widerspricht diese Argumentationskette ein Stück weit der Anlagelogik von Goldfans: Meist werden Münzen und Barren nicht gehortet, um damit Rendite zu erwirtschaften, sondern um einem befürchteten Wertverlust in anderen Anlageformen zu entgehen.

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Faktor Geopolitik

Dies wiederum weist auf das zweite große Thema hin: geopolitische Risiken. Skeptiker werden entgegnen, dass es immer irgendwo auf der Welt Krisenherde gibt und diese in den vergangenen Jahren auch keinen nachhaltigen Einfluss auf den Goldpreis entfalten konnten. Goldfans hingegen werden argumentieren, dass sich einige Krisen, die sich in den vergangenen Jahren angebahnt haben, nun bald entzünden könnten. Mit einem Donald  Trump im Weißen Haus ist das schließlich nie ganz ausgeschlossen.

Und es braucht nicht einmal den Blick in den Nahen und Mittleren Osten oder nach Washington, um die Stirn in Sorgenfalten zu legen. Auch immer wieder aufflammende Probleme innerhalb der Euro-Zone sowie vor allem der womöglich ungeordnete Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bieten hinreichend Zündstoff und Anlass zur Beunruhigung, sprich: zur Flucht in den „sicheren Hafen“ der Goldanlage.

Faktor Ressourcenknappheit

Ein weiterer, weitaus weniger vager Faktor ist zudem, dass mittlerweile immer weniger neue Goldvorkommen erschlossen werden. Es scheint hinsichtlich der natürlichen Vorkommen – zumindest derer, die gefunden und erschlossen werden – allmählich eine Knappheit aufzukommen. Die hat sich bislang zwar noch nicht tiefgreifend auf den Goldpreis ausgewirkt, doch das ist einigen Beobachtern zufolge nur noch eine Frage der Zeit.

Welches Potenzial Anleger derzeit in Alternativen zum Aktienmarkt sehen, zeigte sich im vergangenen Jahr am Erfolg von Kryptowährungen wie Bitcoins und Co. Doch gerade in unsicheren Zeiten werden sich wohl viele Anleger wieder auf das Original zurückbesinnen, und das heißt nun einmal nach wie vor: Gold.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.