Goldpreis: Auftrieb nach Fed-Entscheidung

Nach der Rally des 1. Halbjahres mussten Gold-Fans zuletzt kurz den Atem anhalten:

Eine Zeitlang befand sich der Goldpreis in einer Seitwärts-Bewegung und es war unklar, in welche Richtung es weitergehen würde.

Das lag nicht zuletzt an der Federal Reserve:

Die US-Notenbank hielt in der vergangenen Woche ihr turnusmäßiges Treffen ab. Besondere Beachtung fand dabei einmal mehr die Beratung über die weitere Zinspolitik.

Zinspolitik beeinflusst Goldpreis

Steigende Zinsen hätten den Goldpreis auf Talfahrt schicken können, schließlich generiert das Edelmetall selbst keine Zinsen und ist v. a. deswegen attraktiv, weil eben Bargeld-Einlagen derzeit auch nichts abwerfen.

Bekommen Sparer künftig wieder Zins-Erträge auf ihre Geldeinlagen, könnte das zu einem Rückgang beim Goldkurs führen.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der Goldpreis im Vorfeld der Notenbank-Sitzung leicht in die Knie ging. Immerhin hatten sich zuletzt die Anzeichen verdichtet, dass eine Zins-Anhebung bevorstehen könnte.

Inzwischen allerdings ist klar: Die Zinsen bleiben wie gehabt auf niedrigem Niveau – Goldfans können aufatmen, immerhin legte auch der Goldpreis in Folge der Entscheidung wieder zu.

Moderate Zins-Erhöhung kein Weltuntergang

Zumindest bis Dezember ist die Gefahr nun erst einmal gebannt.

Dann steht die nächste Fed-Sitzung auf der Agenda, und die jüngsten Äußerungen der Notenbanker deuten darauf hin, dass dann eine Leitzins-Erhöhung erfolgen könnte.

Allen Unkenrufen über Unruhen an den Finanzmärkten, die dadurch ausgelöst würden, zum Trotz – Fed-Chefin Janet Yellen hat oft genug betont, dass eine Zinsanhebung sehr behutsam und schrittweise erfolgen wird.

Selbst nach einer weiteren Erhöhung wäre der Leitzins demnach immer noch auf historisch niedrigem Niveau. Die Finanzmärkte dürften sich also vergleichsweise schnell auch wieder beruhigen.

Hinzu kommt, dass für eine Zinserhöhung auch die konjunkturellen Rahmenbedingungen stimmen müssten.

Das war zuletzt immer wieder nicht der Fall, das Wirtschafts-Wachstum der Vereinigten Staaten scheint nicht so gefestigt zu sein, wie die Notenbanker es gerne sehen würden.

Insofern stehen auch hinter der zaghaften Ankündigung einer möglichen Zins-Erhöhung im Dezember noch einige Fragezeichen.

Einfluss der US-Präsidentschaftswahl?

Auch der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl im November könnte darauf Einfluss nehmen.

Sollte Donald Trump ins Weiße Haus einziehen, wären Turbulenzen wohl vorprogrammiert, eine Zinsanhebung würde dadurch vermutlich noch unwahrscheinlicher.

Auf der anderen Seite würde Gold dadurch umso attraktiver: Denn das Edelmetall gilt v. a. als Absicherung in unsicheren Zeiten, und die wären unter einem US-Präsidenten Donald Trump wohl garantiert.

Die verschobene Zinserhöhung seitens der Fed hat jedenfalls bereits kurzfristig Wirkung gezeigt.

Der Goldpreis schoss nach der Entscheidung am Mittwoch in die Höhe, die Feinunze verteuerte sich innerhalb kürzester Zeit von 1.315 auf mehr als 1.340 US-Dollar.

23. September 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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