Goldpreis-Ausblick: Externe Faktoren können Preis schnell antreiben

Wie geht es weiter beim Gold? In dieser Woche hatte ich Ihnen dazu eine Einschätzung des Rohstoffexperten Jim Rogers gebracht.

Heute nun möchte ich einen etwas anderen Weg wählen. Ganz aktuell hat hier die CPM Group das aktuelle Gold Jahrbuch vorgestellt.

Für die Goldbranche ist es eines der wichtigsten Veröffentlichungen für die weitere Entwicklung bei dem wichtigen Edelmetall. Heute möchte ich Ihnen daher die wichtigsten Erkenntnisse des Jahrbuchs näher vorstellen.

Zunächst einmal war 2014 im Rückblick gesehen ein etwas besseres Jahr als 2013. Der Verlust auf Jahresbasis fiel geringer aus. Allerdings verweist die CPM GROUP auch darauf, dass im Jahresverlauf 2014 der Goldpreis mit 1.130 Dollar das niedrigste Niveau seit 2010 erreicht hat.

Was erwarten die Experten für das laufende Jahr? Sie halten hier ein weiterhin anspruchsvolles Umfeld für wahrscheinlich. Solange die Diskussion über eine mögliche Zinswende noch läuft, wird es wohl nicht zum großen Befreiungsschlag beim Goldpreis kommen. Laut CPM GROUP ist aber auch das Abwärtsrisiko beim Goldpreis durchaus begrenzt.

Viele Belastungsfaktoren sind schon eingepreist

Viele Belastungsfaktoren beim Gold sind jetzt schon eingepreist. Das bietet laut CPM GROUP auch eine große Chance. Jegliche Schwäche bei Standardaktien oder dem Dollar könnten den Goldpreis wieder deutlich antreiben und für eine Trendwende im Vergleich zu 2014 sorgen. Wie schnell so etwas gehen kann, zeigt sich in dieser Woche mit dem deutlich Preisschub beim Gold.

Sehr intensiv verfolgen die Experten auch die Rolle der Notenbanken beim Gold. 2014 waren die Notenbanken einmal mehr Nettokäufer mit einem Volumen von 5.5 Mio. Unzen. 2013 sah es noch ganz anders aus. Damals reduzierten die Notenbanken auf Jahresbasis ihre Positionen um 300.000 Unzen.

Größter Käufer war im vergangenen Jahr Russland mit 5,56 Millionen uns. Das lag sicherlich am aufflammenden Konflikt mit der Ukraine und dem Westen. Hier hat die russische Zentralbank einen Weg gesucht, ihre eigenen Reserven zur Absicherung weiter aufzustocken.

Sehr spannend ist hierbei die Rolle der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Notenbank der Notenbanken hat 2014 die Goldbestände laut Angaben von CPM um 5.540.000 Unzen reduziert. Dies allein steht für über 95 % aller Goldverkäufe von Notenbanken weltweit.

Beim Gold Angebot ging es 2014 laut CPM Group um 1,1% auf 126.7 Mio. Unzen nach oben. Die Minenproduktion erreichte dabei einen Rekord mit 90,5 Mio. Unzen. Insgesamt erreichte das Angebot jedoch keinen Rekordwert, denn das Goldangebot am Sekundärmarkt ging doch deutlich zurück. Und dieser Markt aus Altgold und anderen Quellen steht immerhin für ein Drittel des gesamten Marktvolumens.

Als Fazit dieser Studie lässt sich ableiten: Die CPM Group erwartet weiterhin eine durchaus angespannte Lage beim Gold. Doch sollten externe Faktoren wie beispielsweise sinkende Kurse an den Standardaktienmärkte voll durchschlagen, ist auch ein deutlicher Preisauftrieb nach Ansicht der Experten möglich.

26. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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