Goldpreis belastet durch Steuer in Indien

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Indien hat eine Mehrwertsteuer auf Gold eingeführt, die Nachfrage ist daraufhin spürbar zurückgegangen – der Goldpreis auch. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Erdogan, Putin, Trump – Männer in mächtigen Positionen mischen gerade das politische Weltgeschehen auf:

  • Erdogan formt die Türkei gerade zu einem Ein-Mann-Staat nach seinem Gusto, unter erheblicher Beschränkung von Freiheits-Rechten für Bevölkerung und Medien.
  • Putin scheint mit dem Kreml und dem russischen Geheimdienst fast überall die Finger im Spiel zu haben.
  • Und Trump ist, nun ja: Trump eben…

…jeder Tweet aus dem Weißen Haus gleicht einem kleinen Erdbeben, etliche Spitzenbeamte hat der neue US-Präsident bereits vergrault oder verschlissen.

Auch unter den Republikanern regt sich hier und da zaghafter Widerstand gegen den Präsidenten-Clan.

Die Welt ist wesentlich unberechenbarer geworden, seit der Immobilien-Mogul in den USA das Ruder übernommen hat.

Goldpreis 2017: Volatilität statt Rally

Beste Voraussetzungen also für einen steigenden Goldpreis – sollte man meinen. Denn das Edelmetall gilt in Krisen-Zeiten seit jeher als sicherer Hafen für Anleger.

Doch ein Ansturm wie im Vorjahr ist in diesem Jahr ausgeblieben; statt einer Rally war das 1. Halbjahr von Volatilität geprägt.

So konnte sich der Goldpreis zwar mehrfach auf 1.300 US-Dollar je Feinunze vorarbeiten, fiel aber kurz darauf jeweils wieder zurück auf 1.200 Dollar.

Zuletzt ging es wieder leicht aufwärts, für die Feinunze werden derzeit wieder etwa 1.250 Dollar fällig. Doch was steckt dahinter?

Im Gegensatz zu vielen anderen Anlageformen ist der Goldpreis nicht allein durch den Markt bestimmt, sondern darüber hinaus abhängig von vielen externen Faktoren.

Einen erheblichen Einfluss hatte beispielsweise eine innenpolitische Entscheidung in Indien.

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Neue Indien-Steuer belastet Goldnachfrage

Dort wurde kürzlich eine Mehrwertsteuer auf Gold eingeführt, die mit 3% zwar niedriger ausfiel als zunächst gedacht, aber dennoch das Kaufverhalten deutlich beeinflusste.

Beobachter schätzen, dass in den Monaten zuvor ein größerer Ansturm auf das Edelmetall den Preis in die Höhe getrieben hat. Dagegen besteht nun, kurz nach Einführung der Steuer, erst einmal weniger Interesse.

Da Indien als zweitgrößter Goldabnehmer etwa 20% der weltweiten Goldnachfrage ausmacht, haben diese Entwicklungen durchaus einen spürbaren Einfluss auf die Notierung des Edelmetalls.

Hinzu kommt, dass auch Anlage-Alternativen zunehmend attraktiver werden: Viele Anleger testen z. B. gerade ein Investment in Bitcoins.

Die virtuelle Krypto-Währung ist bewusst so aufgebaut, dass sich Parallelen zur Goldpreis-Entwicklung finden lassen.

Beispielsweise ist ihre Menge begrenzt. Im Gegensatz zu Papier-Währungen werden sie nicht beliebig nachgedruckt.

Weniger Vertrauen in Papier-Währungen

Letzteres ist übrigens ein weiterer Grund für einen steigenden Goldpreis:

Das Vertrauen in die staatlichen Währungen schwindet, seit die Notenbanken im Kampf gegen die globale Finanz- und Wirtschaftskrise massenhaft die Druckerpressen angeworfen haben.

Damit treiben sie die Geld-Entwertung weiter voran, verwässern Euro und Dollar – und stärken so letztlich den Goldpreis.

Es ist aus Indien zwar kurzfristig keine neuerliche Nachfrage-Welle zu erwarten. Doch gehen Beobachter davon aus, dass sich der Goldpreis mittelfristig stabilisieren und zum Jahresende hin sogar in Richtung 1.400 Dollar tendieren könnte.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.