Goldpreis: Das sieht nicht gut aus! (Teil 2)

Im gestrigen Teil 1 meiner Analyse hatte ich heraus gearbeitet, dass Gold zunehmend seinen Status als Inflationsabsicherung verliert.

Grund für diese Entwicklung ist die Tatsache, dass die in der jüngeren Vergangenheit erwartete hohe Inflation nie wirklich entstanden ist und wir derzeit eher deflatorische Tendenzen beobachten können.

So ist der Realzins in den USA erstmals seit langer Zeit wieder über 1%, während er in den letzten beiden Jahren negativ war bzw. gegen 0% tendierte.

Und genau das drückt sich in der jüngsten Kursentwicklung des Goldpreises aus.

Charttechnik des Goldpreises in USD / Feinunze

Schauen wir dazu auf den Wochenchart des Goldpreises. Dabei entspricht 1 Balken dem Handelsverlauf 1 Woche. Im unteren Chartteil finden Sie den Relative Stärke Index (RSI) sowie das 50-Tage-Momentum (zeigt Schwung und Dynamik einer Kursbewegung).

Hinweis: Da die laufende Woche noch nicht abgeschlossen ist, ist der letzte Balken natürlich noch nicht vollständig und kann daher nur bedingt zur Analyse herangezogen werden.

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Goldpreis in USD / Feinunze (Wochenchart): Noch immer keine Entscheidung

Hier noch einmal meine letzte charttechnische Einschätzung zum Goldpreis vom 23. Mai:

„Wenn Sie auf RSI und Momentum schauen, dann erkennen Sie, dass absolut NICHTS entschieden ist. Beide Indikatoren bewegen sich weiterhin unter ihren Abwärtstrend-Linien (blaue Kreise).

Lassen Sie sich bitte nicht davon beeinflussen, dass der Goldpreis zurzeit die Aufwärtstrend-Linie erfolgreich getestet zu haben scheint. Ich sage bewusst „scheint“.

Denn: Da sich der Goldpreis aktuell in einer extrem wichtigen Phase befindet, die über den mittel- bis langfristigen Trend entscheidet, sollten Sie auf gar keinen Fall „zocken“, indem Sie zu früh auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends setzen.

Lassen Sie den Markt entscheiden!

Machen Sie sich bitte bewusst: Wenn sich der Goldpreis für einen Trend-Wechsel nach oben entscheidet, dann besteht für Sie immer noch ausreichend Potenzial, um davon zu profitieren.

Denn in diesem Fall dürfte mindestens noch einmal das Allzeithoch bei 1.921 angesteuert werden, was einem Anstieg von 433 USD bzw. +29% entspräche.

Versuchen Sie auf keinen Fall, den (vermeintlich) tiefsten Kaufpunkt zu erwischen, weil Sie von einem Trend-Wechsel „überzeugt sind“. An derartigen Versuchen sind schon etliche Investoren-Existenzen zugrunde gegangen.

Lassen Sie den Markt entscheiden und reagieren Sie dann (wenn Sie mögen)!“

Weiterhin kein positives Chartsignal

Meiner inzwischen 3 Wochen alten Analyse ist im Prinzip nicht viel hinzuzufügen. Sie hat weitgehend unverändert Bestand, wie der Chart belegt.

Allerdings stimmt mich die Entwicklung seither eher noch pessimistischer. Denn: Auf ein „echtes“ Doppeltief folgen in aller Regel dynamische Anschlusskäufe, die den Kurs in Richtung des Zwischentiefs treiben. Davon ist im Chart nichts zu erkennen.

Die Aufwärtsbewegung kam bei 1.423 schon wieder zum Erliegen. Nun schickt sich der Goldpreis sogar an, das bisherige Doppeltief ein drittes Mal zu testen.

Ein solcher Test hat sich zuletzt im April als fatal erwiesen, als das Tief bei 1.520 USD, das seit September 2011 gehalten hatte, letztlich doch unterboten wurde.

Goldpreis in Euro: Das sieht nicht gut aus!

Zum Abschluss möchte ich Ihnen aber noch einen Chart zeigen, der Sie als in Euro anlegender Gold-Anhänger ganz gewiss nicht erfreuen wird. Ja, tatsächlich sollte die Grafik Sie in diesem Fall sogar beunruhigen.

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Goldpreis in Euro / Feinunze (Wochenchart): Wichtige Unterstützung durchbrochen

Es ist der Goldpreis in Euro / Feinunze. Gestern rutschte der für Euro-Investoren maßgebliche Preis für das gelbe Metall deutlich unter die Marke von 1.050 Euro.

Damit wurde aus Sicht der Charttechnik ein wichtiges Unterstützungs-Band zwischen 1.050 Euro und 1.075 Euro nach unten verlassen.

Das ist in meinen Augen der Vorbote kommenden Unheils – sprich: Der Goldpreis bereitet sich derzeit auf den nächsten Abwärtsschub vor.

Ganz ehrlich: Ich fühle mich in meiner seit Monaten skeptischen Beurteilung des Goldpreises ein weiteres Mal bestätigt. Meines Erachtens ist es definitiv keine gute Idee, Gold zu halten oder gar zu kaufen.

13. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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