Goldpreis durchbricht 1.300-Dollar-Marke

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Erstmals in diesem Jahr durchbricht der Goldpreis die 1.300-Dollar-Marke. Die Bundesbank hat ihre Rückhol-Aktion unterdessen abgeschlossen. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Es geht aufwärts. Donald Trump wird an den Börsen inzwischen nicht mehr als Heilsbringer verehrt, sondern als substanzielles Risiko eingestuft.

Und seitdem geraten etliche Aktien von US-Firmen ins Taumeln – während auf der anderen Seite der Goldpreis in die Höhe schnellt.

Inzwischen hat der Preis je Feinunze die Marke von 1.300 US-Dollar wieder überschritten; zuletzt wurden rund 1.320 Dollar pro Feinunze fällig.

Allein im letzten Monat ist der Goldpreis um mehr als 4% gestiegen und kann sich nun erstmals in diesem Jahr oberhalb der 1.300er-Linie behaupten.

An der hatte er im April und Juni jeweils gekratzt, nur um dann wieder zurückzufallen auf jeweils unter 1.250 Dollar.

Starker Goldpreis – Indiz für Krisen-Stimmung

Der neuerliche Ausbruch nach oben dürfte Goldfans erfreuen, spricht aber zugleich auch dafür, dass die Krisen-Stimmung in der Welt zugenommen hat.

Das Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA wird immer lauter, Trumps verbale Entgleisungen vergraulen unterdessen immer mehr seiner wichtigen Berater aus dem Weißen Haus.

Immer mehr Spitzenkräfte auch aus den eigenen Reihen versagen dem US-Präsidenten die Gefolgschaft. Wenn aber irgendwann niemand mehr da ist, um ihn zu bremsen, wird es gefährlich.

An dieser Grundstimmung können auch Leitzins-Anhebungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nicht viel ändern.

Diese wirken sich normalerweise eher negativ auf den Goldpreis aus, weil das Edelmetall im Gegensatz zu anderen Anlageformen eben keine Zinsen generiert.

In diese Gemengelage fällt die Nachricht der Deutschen Bundesbank, dass sie ihre umfassende Goldrückhol-Aktion mittlerweile abgeschlossen hat.

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Deutsche Bundesbank holt Gold nach Frankfurt

Wenige Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs hatte die Bundesrepublik damit begonnen Goldreserven anzuhäufen.

Diese wurden jedoch im Ausland gelagert, um sie während des Kalten Krieges vor einer etwaigen feindlichen Invasion zu schützen.

So lagen die deutschen Barren jahrzehntelang in den Tresoren der Zentralbanken in New York, London und Paris.

Das ließ wiederum manch einen Verschwörungs-Theoretiker daran zweifeln, ob es diese Reserven überhaupt gibt und wie es um ihre Echtheit bestellt sein mag.

Die Kritik wurde lauter, und schließlich sah sich die Bundesbank veranlasst, die Goldreserven persönlich in Augenschein zu nehmen und auf Echtheit zu prüfen.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch ein schrittweiser Rücktransfer nach Deutschland vorgenommen.

Inzwischen lagert etwas mehr als die Hälfte der deutschen Goldreserven in Frankfurt, die Rückhol-Aktion gilt damit als abgeschlossen.

Nur in London und New York lagert noch deutsches Gold

In Frankreich liegen keine deutschen Barren mehr – aus ökonomischer Sicht durchaus logisch, immerhin gilt dort dieselbe Währung wie hierzulande.

Allein in London und New York hat man einen Teil der Reserven belassen, um sie im Krisenfall schnell in die jeweilige Landes-Währung umtauschen zu können.

Deutschland besitzt nach den USA den zweitgrößten Goldschatz der Welt.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.