Goldpreis: Kein Ende der Rally in Sicht

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Die Rally beim Goldpreis ist intakt, laut Experten sind die 1.400 Dollar bereits in wenigen Wochen erreichbar. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Gold boomt wieder – um rund 10 Prozent ist der Preis je Feinunze seit Anfang Dezember in die Höhe geschnellt. Zuletzt notierte der Goldpreis bei etwa 1.350 US-Dollar.

Ist das nun die traditionelle Januarstärke des Edelmetalls – oder womöglich doch der Start in eine länger anhaltende neue Rally? Immer mehr Experten gehen davon aus, dass der Aufwärtstrend auch in den kommenden Monaten stabil bleiben dürfte.

Schwacher Dollar – starker Goldpreis

Als Hauptgrund hierfür wird immer wieder die Schwäche des Dollar angeführt: Der Greenback notiert im Verhältnis zu anderen Währungen wie dem Euro oder auch dem japanischen Yen seit Monaten relativ schwach. Da Gold in Dollar gehandelt wird, wird das Edelmetall dadurch für Anleger aus anderen Währungsregionen günstiger, die Nachfrage steigt – und mit ihr der Goldpreis.

Zudem macht die US-Regierung um Präsident Donald Trump keinerlei Anzeichen, der Dollarschwäche entgegenwirken zu wollen, ganz im Gegenteil. Erst kürzlich wurde aus Washington verlautbart, die US-Wirtschaft profitiere von der Schwäche der Landeswährung. Die Konstellation dürfte also noch eine Weile anhalten, es riecht nach Währungskrieg – und in diesem Kontext wird auch zunehmend relevant, wie Europas Notenbanker rund um EZB-Chef Mario Draghi auf die Provokationen aus den USA reagieren werden.

Angst vor Rückschlag an Aktienmärkten

Doch es ist längst nicht nur die anhaltende Dollarschwäche, die für einen nachhaltigen Aufwärtstrend beim Gold spricht. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten – nicht zuletzt ebenfalls durch US-Präsident Trump ausgelöst beziehungsweise verstärkt – sowie die zunehmende Angst der Anleger vor einem Rückschlag an den Aktienmärkten.

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Die Börsen sind in den vergangenen Monaten heiß gelaufen, Dax, Dow Jones und Co. erreichten neue Rekordwerte – und jeder Beobachter weiß, dass auf eine Rally auch irgendwann eine Kurskorrektur folgt. Die Gefahr nimmt zu, je länger der Aufwärtstrend anhält – und lässt Anleger allmählich zunehmend nervös werden. Sie schichten inzwischen vermehrt um in Gold, das nach wie vor als sicherer Hafen zur Vermögensabsicherung gilt. Dies gilt umso mehr, als alternative Anlageformen wie Sparbücher auch trotz allmählich steigender Leitzinsen nach wie vor kaum etwas abwerfen.

Crash der Kryptowährungen

Ein weiterer wesentlicher Faktor dürfte der jüngste Crash bei Kryptowährungen, insbesondere der wichtigen Cyberwährung Bitcoin sein: Diese hat seit ihrem Allzeithoch im Dezember gut 40 Prozent an Wert verloren, der lang prophezeite Crash ist eingetroffen – und veranlasst immer mehr Anleger, sich wieder auf das gute alte Gold rückzubesinnen.

Angesichts all dieser Faktoren erscheint es kaum verwunderlich, dass nicht wenige Experten einen Anstieg des Goldpreises in Richtung 1.400 Dollar bereits in den kommenden Monaten für realistisch halten. Zurzeit wird die Nachfrage zudem zusätzlich angekurbelt durch das anstehende chinesische Neujahrsfest: Im Vorfeld decken sich die Chinesen, die ohnehin die weltweit größte Nachfrage stellen, traditionell mit Gold ein.

Gute Zeiten also für Goldfans.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.