Goldpreis: Warum bald die 1.000 Dollar Marke fällt

Die glänzenden Zeiten des Goldes sind offenbar erst einmal vorbei. Im November brach der Kurs des Edelmetalls so stark ein wie seit zwei Jahren nicht mehr. Binnen eines Monats fiel der Preis je Feinunze um 7,5 Prozent auf nur noch 1.052 US-Dollar – Tendenz: weiter fallend.

Damit markiert der Goldpreis den tiefsten Wert seit sechs Jahren. Eine Besserung ist nicht in Sicht, anstelle einer Talsohle, von der es bald wieder aufwärts geht, sehen Experten eher eine stetige Abwärtstendenz.

Goldpreis bald unter 1.000 Dollar?

Damit würde sich der Trend fortsetzen, der den Goldpreis seit seinem Allzeithoch von mehr als 1.900 Dollar im Jahr 2011 auf die aktuellen Werte gedrückt hat. Immer mehr Analysten rechnen inzwischen damit, dass bald auch die 1.000-Dollar-Marke unterboten werden dürfte.

Sie haben gute Gründe zu dieser Annahme. Auf Jahressicht hat der Goldpreis bis jetzt bereits gut 10 Prozent eingebüßt – und das obwohl aktuell zahlreiche Krisenherde die Weltpolitik beherrschen.

Krisen allerorten – Gold trotzdem im Keller

Der Nahost-Konflikt ist seit Jahrzehnten ein Dauerbrenner. Die Terrormiliz IS wütet in immer mehr Regionen. Zwischen Moskau und dem Westen herrscht weiterhin Eiszeit, gerade erst wurden die europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate verlängert.

Seit dem Abschuss eines russischen Militärjets über türkischem Gebiet verschärft sich auch der Ton zwischen Russland und der Türkei deutlich vernehmbar. In China geraten die Finanzmärkte immer wieder unter Druck.

In Europa beherrscht die Flüchtlingsproblematik die Agenda und sorgt für eine zunehmende Spaltung zwischen den EU-Staaten. Die Griechenland-Krise ist bei alldem zuletzt medial in den Hintergrund gerückt, aber auch noch längst nicht erledigt.

Und trotz allem – kaum jemand investiert in Gold. Die Zeiten als „Krisenwährung Nummer eins“ scheinen vorbei zu sein. Zudem drückt der zuletzt wieder erstarkte Dollar auf den Kurs.

Mögliche US-Zinswende belastet Goldkurs

Mitte Dezember steht außerdem noch ein wichtiger Termin auf der Agenda. Die US-Notenbank entscheidet über ihre weitere Geld- und Zinspolitik. Die Zeichen stehen seit einiger Zeit auf Zinswende.

Sollte Fed-Chefin Janet Yellen am 16. Dezember tatsächlich die erste Zinsanhebung seit Ausbruch der Finanzkrise verkünden, wird Gold aus Anlegersicht noch unattraktiver: Im Gegensatz zu festverzinslichen Wertpapieren wirft der Rohstoff weder Zinsen noch Dividenden ab.

Um den Goldpreis anzuschieben bräuchte es aus Sicht einiger Analysten eine kräftige Inflation, doch die ist weit und breit nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Die Europäische Zentralbank müht sich nach Kräften, die Inflation innerhalb der Währungsunion auf die angestrebte 2-Prozent-Marke zu hieven, doch so recht will das bislang nicht klappen.

Unterm Strich bleibt die aus Sicht von Goldfans bittere Erkenntnis, dass 2015 ein weiteres Jahr des Kursverlusts bleiben wird. Ob 2016 diesbezüglich eine Trendwende einläutet, bleibt abzuwarten.


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4. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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