Goldpreis geht durch die Decke

Der Goldpreis hat mehrere Widerstände durchbrochen und ein neues Jahres-Hoch markiert. Hier können Anleger also ordentlich Kasse machen. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Es ist soweit: Der Goldpreis geht durch die Decke. Lange hatten sich Goldfans in diesem Jahr gedulden müssen, immer wieder ging es auf und ab:

Die Notierung für eine Feinunze des begehrten Edelmetalls pendelte zwischen einer Unterstützung bei gut 1.200 und einem Widerstand von knapp 1.300 hin und her.

Erst Ende August konnte die Widerstands-Linie erstmals im laufenden Jahr nach oben durchbrochen werden, und seitdem geht es steil nach oben.

Allein in den vergangenen vier Wochen hat der Goldpreis um mehr als 5% zugelegt von rund 1.280 auf mittlerweile gut 1.346 Dollar.

Das ist der bislang höchste Wert in diesem Jahr, und er wurde gerade erst am Freitag erzielt.

Doch hier muss noch lange nicht Schluss sein. Die Rahmenbedingungen sind derzeit gut für weiter steigende Goldpreise. Das hat mit verschiedenen Faktoren zu tun:

Schwacher Dollar, starkes Gold

In 1. Linie wäre wohl die Dollar-Schwäche zu nennen:

Da der Preis je Feinunze jeweils aus US-Dollar umgerechnet wird, wird der Goldkauf für Anleger aus anderen Währungen günstiger, wenn der Dollar tief steht; so wie zuletzt.

Das wiederum kurbelt freilich die Nachfrage an und begünstigt somit einen steigenden Goldpreis.

Auch die Großwetterlage – und damit ist ausnahmsweise tatsächlich die meteorologische gemeint – könnte in all ihrer Dramatik dazu beitragen, dass der Goldpreis weiter anzieht.

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Auch Hurrikans wirken sich auf den Goldpreis aus

Die diesjährige Hurrikan-Saison fällt besonders heftig aus:

  • „Harvey“ hielt die Menschen in Texas und Louisiana in Atem.
  • Gerade beschäftigt „Irma“ v. a. die Anwohner Floridas, nachdem der Wirbelsturm bereits etliche meteorologische Rekorde gebrochen und mehrere Karibik-Inseln verwüstet hat.

Dies könnte – zumindest kurzfristig – die eigentlich gerade recht starke Konjunktur in den USA abschwächen.

Dies würde wiederum die nächste Leitzins-Anhebung der Federal Reserve (Fed) infrage stellen.

Bleibt das neuerliche Drehen an der Zinsschraube aus, spielt das wiederum dem Goldpreis in die Hände.

Denn da Gold selbst keine Zinsen abwirft, gilt es als umso attraktiver, je geringer die Zins-Erträge in anderen Anlageklassen ausfallen.

Charttechnik als weiterer Treiber

Last but not least haben derzeit auch viele Spekulanten ihre Finger im Spiel, die auf charttechnische Aspekte schielen. Hier hat der Goldpreis gleich mehrere technisch relevante Widerstände durchbrochen, zuletzt die Marke von 1.340 Dollar.

Kurzfristig orientierte Anleger konnten hier in den vergangenen Wochen hohe Gewinne durch Hebel-Produkte erzielen, und die Chance ist möglicherweise noch nicht vorbei.

Das Chaos, das mit Donald Trump ins Weiße Haus eingezogen ist, sowie das Scheitern gleich mehrerer großer Politik-Versprechen tragen ebenso zur Verunsicherung bei wie das laute Säbelrasseln zwischen Washington und Pjöngjang.

Und Unsicherheit war bekanntlich schon immer ein Treiber für den Goldpreis, gilt das Edelmetall doch als „sicherer Hafen“, um Vermögen abzusichern.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.