Goldpreis knackt Rekordhoch – geht es jetzt abwärts?

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Gold ist so teuer wie nie zuvor – ist die Spitze der Rally damit erreicht oder dürfen sich Fans Hoffnung machen auf weitere Wertsteigerung? (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Es hatte sich in der vergangenen Woche bereits angekündigt, in der Nacht zum Montag war es nun soweit: Der Goldpreis hat sein Rekordhoch von 2011 geknackt und lag zeitweise so hoch wie nie zuvor.

Goldpreis stellt neuen Rekord auf

Das bisherige Allzeithoch aus dem September 2011, dem Höhepunkt der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, lag bei rund 1.921 US-Dollar je Feinunze. In der Nacht zum Montag lag der Goldpreis mit gut 1.944 Dollar deutlich darüber – und selbst dieser neue Rekordwert konnte bereits im Handelsverlauf zum Wochenauftakt noch einmal übertroffen werden.

Im Anschluss ging es wieder etwas abwärts, allerdings auf weiterhin hohem Niveau. Am späten Dienstagvormittag notierte der Goldpreis bei etwa 1.923 Dollar je Feinunze und damit immer noch höher als 2011.

Im bisherigen Jahresverlauf hat der Goldpreis damit um etwa ein Viertel zugelegt – und das, obwohl Anleger die als sicher geltende Krisenwährung noch im Frühjahr verschmäht hatten: Noch im März war die Feinunze für weniger als 1.500 Dollar zu haben, aus heutiger Sicht geradezu ein Schnäppchen.

Geht es bald wieder abwärts?

Getrieben wird der Goldpreis insbesondere durch Privatanleger und Investoren, die ihr Kapital in Gold-ETFs umschichten, also in mit physischem Gold hinterlegte Fonds. Daher ist vorläufig nicht von einer Blasenbildung auszugehen.

Sollte der Goldpreis in den kommenden Wochen jedoch weiterhin in astronomische Höhen steigen und etwa die Marke von 2.500 Dollar je Feinunze reißen, ist Vorsicht geboten. Denn dann könnte es ebenso schnell wieder abwärts gehen, wie es zuletzt aufwärts ging.

Auch nach der Hochphase von 2011, die sich teilweise noch 2012 fortsetzen konnte, ging es rapide bergab für den Goldpreis. Grund war die Erholung der Aktienmärkte, die geflutet wurden mit frischem Geld, bedingt durch die sehr expansive Geldpolitik der Notenbanken.

Gute Voraussetzungen für weitere Gold-Rally?

In der aktuellen Coronakrise zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Öffentliche Mega-Hilfsprogramme sollen mit Summen im dreistelligen Milliardenbereich dafür sorgen, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern. Auch hierfür werden die Druckerpressen der Notenbanken angeworfen.

Ob das allerdings ausreichen wird, um die Krise zu bewältigen, ist fraglich. Bereits jetzt, nach der ersten Infektionswelle im Frühjahr, sieht sich ein erheblicher Teil der kleinen und mittelständischen Betriebe mit existenziellen Nöten konfrontiert. Eine zweite Welle im Herbst durch den anstehenden Wetterumschwung sowie die im Sommer gestiegenen internationalen Reiseaktivitäten gilt als wahrscheinlich – und nach wie vor existiert weder ein Impfstoff noch eine zuverlässige Therapie gegen die Lungenkrankheit Covid-19.

Die Krise ist dementsprechend noch längst nicht ausgestanden und dürfte uns auch im kommenden Jahr noch begleiten, womöglich sogar mit noch heftigeren Einbußen als bisher. Für den Goldpreis sind das gute Aussichten: Es könnte weiter aufwärts gehen, selbst ausgehend vom aktuell höchsten Niveau aller Zeiten.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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