Goldpreis: Kommt das Krisenmetall jetzt in Schwung?

gold

US-Milliardär Druckenmiller lag im Mai mit seiner Einschätzung zum Aktienmarkt „goldrich-tig“. Doch auch beim Edelmetall? (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Vermutlich haben Sie es auch den Börsenmedien entnommen: Der US-Milliardär Druckenmiller ist nach dem Trump-Gezwitscher vom 5. Mai 2019 komplett aus Aktien ausgestiegen und habe in US-Staatsanleihen umgeschichtet.

Seine Begründung: Der Trump-Tweet habe ihm klar gemacht, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China unberechenbare Folgen für die US-Wirtschaft haben könne.

Ich möchte heute nicht hinterfragen, ob dies eine gute Investment-Entscheidung war: Bis zum heutigen Tage war es das offensichtlich – die Wall Street hat seither -6,4% an Wert eingebüßt.

Nein, es war vielmehr eine Nebenbemerkung von Druckenmiller, die mich veranlasste, heute für Sie auf einen Rohstoff zu schauen:

Auf die Frage warum er in die wenig einträglichen US-Staatsanleihen eingestiegen sei, antwortete er, dass es derzeit das beste Investment sei und fügte hinzu, dass auch Gold nicht schlecht sei“.

Wer ist denn dieser Mr. Druckenmiller überhaupt?

Ich muss gestehen, der Name kam mir bekannt vor, aber ich habe zur Auffrischung meiner Erinnerungen bei Wikipedia stöbern müssen.

„Stanley Freeman Druckenmiller ist ein US-amerikanischer Investor, Hedge-Fonds-Manager und Philanthrop. Er ist der ehemalige Vorsitzende und Präsident von Duquesne Capital, das er 1981 gründete. Er schloss den Fonds im August 2010, weil er sich nicht in der Lage fühlte, seinen Kunden hohe Erträge zu bringen.“ (Quelle: Wikipedia)

Mr. Druckenmiller arbeitete von 1988 bis zum Jahr 2000 für George Soros‘ Quantum Fund. Er erregte Aufsehen dadurch, dass er im Finanzkrisenjahr 2008 einen dreistelligen Millionenbetrag verdient hatte.

Zur Erinnerung: In jenem unseligen Börsenjahr verlor der S&P 500 fast -40% an Wert!

Goldpreis: Was sagt die Charttechnik?

Doch zurück zum Gold. Dem gelben Edelmetall eilt ja der Ruf des Krisen- und Inflations-Indikators voraus. Und Krise ist doch gerade, oder?

Also schauen wir mal, was sich denn im Goldpreis zuletzt so getan hat. Und wir werden ergründen, ob Mr. Druckenmiller mit seiner Einschätzung zum Rohstoff ebenso gut liegt wie mit der zum Aktienmarkt.

Goldpreis: Bis dato keine charttechnischen Signale für eine Rallye

Das Beste was wir über diesen Chart sagen können:

Der Ausbruch des Goldpreises aus seinem seit September 2011 ausgebildeten Abwärtstrend ist bis zum heutigen Tage gültig (gelber Kreis). Was wir nach dem Anstieg im Januar und Februar dieses Jahres sahen, kann als Pull-Back (Rücksetzer) auf die durchstoßene Trendlinie werten.

Alles andere bleibt indes negativ in der charttechnischen Beurteilung:

Der im Dezember 2015 gestartete (untergeordnete) Aufwärtstrend wurde im Sommer des vergangenen Jahres nach unten verlassen. Die Entwicklung danach bis zum Februar 2019  ist ebenfalls als Pull-Back zu werten – nur diesmal an die zuvor durchbrochene Aufwärtstrendlinie.

Die Tendenz seit März dieses Jahres wäre demnach als Beginn einer erneuten Abwärtsbewegung zu interpretieren.

Ebenfalls negativ: Dem Goldpreis gelingt es partout nicht, das Top aus dem Jahr 2016 bei 1.366,25 USD zu überwinden. Auch nicht im mittlerweile dritten Anlauf seit Juli 2017!

Fazit

Die Einschätzung von Mr. Druckenmiller zum Aktienmarkt in allen Ehren: Beim Goldpreis liegt er falsch. Zumindest bis heute:

Die Notierung folgte im Mai jedenfalls nicht der Krisenstimmung am Aktienmarkt. Sie blieb gegenüber dem Schlusskurs Ende April praktisch unverändert.

Ich würde Mr. Druckenmiller in dem Moment zustimmen, wo es dem Goldpreis gelingt, das Hoch bei 1.366,25 USD je Feinunze aus dem Sommer 2017 zu überwinden. DAS wäre nach meiner Analyse ein eindeutiges Kaufsignal!

Denn eine solche Entwicklung würde in dem gezeigten Chart alles verändern:

  • Der Ausbruch aus dem Abwärtstrend seit 2011 wäre nachhaltig.
  • Das Verlassen des Aufwärtstrends aus dem Jahr 2015 würde negiert, da das höhere Top dann eine Neujustierung der Trendlinie erforderlich macht.
  • Last not least entspräche eine solche Entwicklung dem traditionellen charttechnischen Verhalten: Ausbruch aus einem Trend, Pull-Back an die zuvor durchbrochene Trendlinie und anschließend Fortsetzung der Trendumkehr.

Genau dafür finde ich im aktuellen Chart jedoch keinerlei Ansatz.

gold

Gold wird weiter fallen: An diesem Punkten können Sie einkaufen gehen!1.640 US-Dollar wäre ein idealer Einstieg für die nächste Aufwärtsbewegung. Wenn wir Fibonacci fragen und Ziele projizieren, landen wir bei 2.260 bzw. 2.506 US-Dollar. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Andreas Sommer. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz