Goldpreis legt zu: 2 Gründe für steigende Preise

Über den Goldpreis und seine Entwicklung wurde in diesem Jahr viel orakelt. Doch es gibt gute Gründe, auf steigende Kurse zu setzen. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Wird der Goldpreis steigen – oder weiter fallen? Über dieser Frage orakeln Experten bereits seit Monaten. Beide Seiten haben gute Argumente für ihre Thesen.

Mittel- bis langfristig allerdings dürfte das Edelmetall im Kurs wieder deutlich steigen. Dafür sprechen sowohl die aktuelle Lage als auch die Erfahrungen aus der Geschichte.

Es drohen Kriege – und die kosten Geld

Betrachtet man die heutigen geopolitischen Entwicklungen, fallen einem viele Krisenherde ins Auge, an denen es in naher Zukunft militärische Auseinandersetzungen geben dürfte:

Der Ukraine-Konflikt ist zwar im Zuge der Flüchtlingsströme zumindest medial etwas in den Hintergrund gerückt, aber noch lange nicht gelöst. Die Lage im Nahen Osten hatte sich nie wirklich beruhigt, spitzt sich aber seit einigen Wochen wieder dramatisch zu.

Der Bürgerkrieg in Syrien droht nicht erst seit dem Eingreifen Moskaus international zu eskalieren. In Nord- und Südkorea wird das Säbelrasseln seit einiger Zeit wieder lauter. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Es gibt also zahlreiche geopolitische Krisenherde und machtbewusste Despoten, die es durchaus auf einen Krieg ankommen lassen würden. Kriege aber – und das zeigt nun der Blick in die Geschichte – kosten eine Menge Geld und werden von den Regierungen meist über Kredite finanziert.

Die Staatsschulden steigen, die Notenbanken drucken fleißig immer weitere Scheine – und am Ende ist das Papiergeld kaum noch etwas wert. Ganz im Gegensatz zu den Rohstoffen und allen voran Gold, das vielen nach wie vor als Krisenwährung Nummer eins gilt.

Der nächste Kollaps kommt

Hinzu kommt, dass das Notenbankgeld nicht nur in rauen Mengen gedruckt wird, sondern die Zinsen hierfür sich seit geraumer Zeit auf historischen Tiefstständen bewegen. Das verleitet zur Verschuldung – und das wiederum kann auf Dauer nicht gutgehen.

Irgendwann fällt irgendwo der erste Dominostein, und der Kollaps, den wir noch von 2008 kennen, wird sich wiederholen. Der Fehler liegt im System, es ist nicht die Frage ob, sondern lediglich wann die nächste Blase platzt.

Wenn es soweit ist, wird erneut binnen kürzester Zeit immens viel Geld vernichtet – das Gold aber bleibt als physischer Wert existent und mit dem Wertverfall der Papierwährungen dürfte sein Kurs wieder anziehen.

Blickt man auf die Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder aufwärts geht. 2011 und 2012 verzeichnete Gold vor allem in Dollar Bestwerte von bis zu 1.900 Dollar je Feinunze – inzwischen liegt der Wert bei gerade einmal 1.180 Dollar.

In Euro sieht es immerhin etwas besser aus. Auch hier waren 2011 und 2012 die stärksten Jahre, ehe der Kurs im ersten Halbjahr 2013 in den Keller rutschte und dort verharrte. Doch Anfang 2015 gab es einen Sprung nach oben auf mehr als 1.150 Euro. Zuletzt kostete die Feinunze immerhin 1.037 Euro.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.