Goldpreis schwankt: Wie geht es nun weiter?

Gold Körner – shutterstock_567952783 optimarc

Die einen schwören auf das Edelmetall, die anderen halten es für bremsenden Ballast im Depot. Der Goldpreis legte zuletzt wieder zu. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

An kaum einer anderen Anlageform scheiden sich die Geister so sehr wie am Gold. Befürwortern gelten Münzen, Barren und entsprechende Papiere als Absicherung des Depots in Krisenzeiten.

Manche sehen in Gold gar die einzig wahre Währung, die im Gegensatz zu sämtlichen staatlich gedruckten Papierwährungen über Jahrtausende ihren Wert als Zahlungs-Instanz behaupten konnte.

Kritiker jedoch verweisen auf die hohen Kosten, die mit Lagerung und Versicherung verbunden sind, sowie die vergleichsweise geringe Wertsteigerung:

Gold an sich wirft weder Zinsen noch Rendite ab und zahlt auch keine Dividende. Im Gegensatz zu Aktien und anderen Anlageformen wird die Wertsteigerung des Investments hier allein über den Marktpreis bestimmt.

Stark schwankend, schwer prognostizierbar

Dieser kann bekanntlich tagesaktuell schwanken und ist mangels fundamentaler Daten, wie sie etwa bei börsennotierten Großkonzernen vorliegen, auch schwerer vorherzusagen.

Gerade das Jahr 2016 hat einmal mehr gezeigt, dass es v. a. psychologische Reaktionen auf insbesondere politische Ereignisse sind, die den Goldpreis in die eine oder andere Richtung kippen lassen.

Als die Briten für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union stimmten, schnellte der Goldpreis am Tag darauf in die Höhe.

Als Donald Trump im November überraschend als Sieger aus der US-Präsidentschaftswahl hervorging, brach der Kurs ein – basierend auf den Versprechungen, die Trump im Wahlkampf abgegeben hatte.

Trump enttäuscht – Gold steigt

Die Wirtschaft wolle er ankurbeln, bestehende Regulierungen lockern, etwa im Banken- oder Pharma-Sektor. Doch trotz der vielen markigen Worte ist bisher in der Realität wenig davon zu spüren.

Gold Symbolbild Barren_shutterstock_343993928_Africa Studio

Feinunze Gold: Bedeutung und ErklärungDas Wichtigste über die Maßeinheit und das Edelmetall im Überblick. › mehr lesen

Stattdessen waren Trumps erste Wochen im Amt geprägt von Personal-Rochaden, Medien-Schelte und juristischen Auseinandersetzungen über seine umstrittenen Einreise-Dekrete.

Wirtschafts-Politik? – Fehlanzeige! – abgesehen davon, dass der Präsident zuletzt mal eben den Klimaschutz für beendet erklärt hat und der Kohle-Industrie zu einer Renaissance verhelfen will.

Und der Goldpreis? – Der ist zuletzt wieder gestiegen. Schon im Januar und Februar ging es aufwärts; nicht ganz so steil wie im Vorjahr, aber dennoch deutlich.

Anfang März gab es dann einen Kursknick, doch inzwischen hat sich das Edelmetall davon wieder erholt und setzt seine Rally fort.

Goldpreis legt wieder zu

Die Feinunze kostete zuletzt gut 1.240 US-Dollar oder 1.162 €. Dank Währungs-Effekten steht der Goldpreis im Jahres-Vergleich in Euro gut 8% besser da, während er in US-Dollar um lediglich 2% zulegen konnte.

Durch die ebenso starken wie unvorhersehbaren Schwankungen des Goldpreises sehen sich Kritiker darin bestätigt, dass das Edelmetall seinem Ruf als sicherer Hafen und ruhender Pol im Depot kaum gerecht wird.

Umgekehrt ließe sich jedoch auch anführen, dass die aktuellen Zeiten trotz aller politischen Unsicherheit noch keine echte Währungskrise in Euroland oder den USA hervorgebracht haben:

Euro und Dollar haben ihren Wert noch längst nicht verloren, doch die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken schürt Befürchtungen, die in diese Richtung gehen.

Sollte eine starke Weltwährung eines Tages tatsächlich zusammenbrechen, dürften die profitieren, die rechtzeitig in Gold investiert haben. Ob und wann es dazu kommt, ist jedoch nicht abzusehen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.