Goldpreis: Mit Schwung in den Abgrund?

Bis April dieses Jahres war die Hoffnung auf eine Trendwende groß: Doch nun haben sich die Vorzeichen umgekehrt. (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Um den Goldpreis ist es in den letzten Wochen sehr ruhig geworden. Seine Entwicklung ist derzeit kaum ein Thema in den einschlägigen Börsenmedien.

Das war nicht immer so in diesem Jahr. In den ersten 4 Monaten ging es sogar ausgesprochen spannend zu beim „gelben Metall“:

Von Januar bis April sah es nämlich so aus, als könne der Goldpreis endlich seinen mehr als sechsjährigen Abwärtstrend nach oben verlassen.

Wir machen heute eine Bestandsaufnahme der derzeitigen charttechnischen Konstellation und schauen auf die Chancen oder Risiken eines Gold-Investments.

Schalten Sie einfach mal um!

Gewiss haben Sie schon einmal mit Google Maps gearbeitet. Der Online-Karten-Service des US-Internet-Giganten hat eine besonders tolle Funktion:

Mit wenigen Mausklicks können Sie sich einen Ort aus der Vogel- oder gar der Satellitenperspektive anzeigen lassen. Das hilft enorm, sich in einem wenig bekannten Gebiet zu orientieren.

Bei Wertpapieren, deren Entwicklung Sie nicht regelmäßig verfolgen, können Sie sich eine vergleichbare Orientierung verschaffen: Lassen Sie sich einfach einen möglichst langen Zeitraum der Kurshistorie anzeigen!

Abwärts seit 2011

Genau damit beginnen wir unsere Analyse des Goldpreises: Wir schauen einmal auf die Kurshistorie seit Beginn dieses Jahrtausends:

Goldpreis: Seit 2011 im Abwärtstrend

Sachwerte: Diese Investments sind am effektivstenUnter den Sachwerte-Investments sind Aktien auch gegen Inflation die beste Anlageklasse. Parallel empfiehlt sich Gold zu Sicherheit. › mehr lesen

Von 2001 bis 2011 vollzog das Edelmetall eine gigantische Aufwärtsbewegung: Der Goldpreis kletterte von 256 USD auf 1.895 USD je Feinunze. Eine Kurssteigerung von irren +640%!

Vom Glanz im September 2011 ist indes nicht viel geblieben: Von kurzzeitigen Gegenbewegungen unterbrochen weist der Trend seither nur in eine Richtung: Abwärts.

Widerstand erwies sich als unüberwindbar

Sie sehen es selbst: In den ersten 4 Monaten des laufenden Jahres kratzte der Goldpreis an dem 2016er-Hoch bei 1.366 USD je Feinunze (pinkfarbene Linie). Doch diese Hürde erwies sich als ebenso unüberwindlich wie der Abwärtstrend seit September 2011.

Der gelbe Kreis gibt Ihnen zudem schon einen Vorgeschmack darauf, was wir gleich im Tageschart zu sehen bekommen: Der im Dezember 2015 initiierte Aufwärtstrend wurde in diesem Monat nach unten durchstoßen.

Derzeit nur noch negativer Schwung

Goldpreis: Momentum generierte bereits im März ein Verkaufssignal

In diesem heraus gezoomten Zeitabschnitt lässt es sich prima erkennen: Der Goldpreis durchbrach erst vor 1 Woche den Abwärtstrend seit 2015.

Und noch etwas zeigt Ihnen die Darstellung des 50-Tage-Momentums im unteren Teil der Grafik: Der Indikator für Schwung und Dynamik einer Kursbewegung generierte bereits Ende März ein Verkaufssignal (blaue Vertikale)!

Der seither eingeleitete Abwärtstrend im Momentum ist bis heute intakt. Und schlimmer noch: Der Indikator bewegt sich unterhalb der Nulllinie und baut damit negativen Schwung auf.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.