Goldpreis: Schnallen Sie sich an!

„Erst gurten, dann starten!“

So lautete vor rund 40 Jahren ein Werbeslogan, mit dem die deutschen Autofahrer dazu animiert werden sollten, sich bei ihrer Fahrt im PKW anzuschnallen. Denn:

Bis Mitte der 1970er-Jahre dienten die Sicherheitsgurte im Auto für viele Fahrer eher als Dekoration. Im Jahr 1976 wurde die Gurtpflicht eingeführt, nachdem erste Statistiken einen signifikanten Rückgang bei der Zahl der tödlichen Unfallopfer belegten.

Wer heute noch immer nicht angegurtet Auto fährt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Schließlich kann der Sicherheitsgurt Ihr Leben bei einem Unfall mit dem PKW retten.

Erst Stop festlegen, dann investieren

Beim Investieren an der Börse gibt es leider keine Anschnallpflicht. Nichtsdestotrotz sollten Sie auch hier stets mit „angelegtem Sicherheitsgurt“ unterwegs sein. So kann Sie der Stop – mental oder als Stop-Loss-Order – vor großen Verlusten bewahren.

Defensiv fahren schützt – auch beim Investieren

Doch warum es überhaupt so weit kommen lassen? Ein probates Mittel, um das Risiko von Autounfällen zu verringern, ist eine defensive Fahrweise.

Bei Ihren Investments an den Börsen können Sie die Charttechnik als Ihre „Defensiv-Strategie“ einsetzen, um sich vor Fehlinvestitionen zu schützen. Ein Beispiel:

Am 24. Februar schrieb ich Ihnen in meinem Chartanalyse-Trends-Betrag zum Thema Gold:

„Charttechnik: Die Zeichen stehen auf Sturm.

Wenn Sie nun noch auf die Indikatoren schauen, dann sehen Sie beim 50-Tage-Momentum bereits einen Bruch der seit August 2014 bestehenden Unterstützung. Der Relative Stärke Index (RSI) steht unmittelbar vor einem Bruch des seit Ende September 2014 gültigen Aufwärtstrends.

Ich fürchte, am Ende werde ich doch noch richtig liegen mit meiner Einschätzung vom 3. November 2014 – wenngleich auch mit einer zeitlichen Verzögerung.

Falls Sie (noch immer) in Gold investiert sind, dann sollten Sie ab jetzt der Unterstützung bei 1.181 USD ganz besondere Aufmerksamkeit widmen!“

Anschnallen für die Talfahrt

Abwärtstrends werden durch neue Tiefs bestätigt. Doch fast regelmäßig liefern Ihnen charttechnische Indikatoren wie beispielsweise das Momentum oder der Relative Stärke Index (RSI) schon vorab Hinweise auf das, was kommen wird.

In diesem Fall war bereits vor 2 Wochen abzusehen, dass der Goldpreis mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine neue Abwärtsbewegung zusteuert. Schauen wir gemeinsam auf die aktuelle Charttechnik:

goldpreis in usd je feinunze-09-03-2015

Goldpreis in USD je Feinunze: Anschnallen für die Talfahrt

Sie sehen: In der abgelaufenen Handelswoche hat der Goldpreis die oben genannte Unterstützung bei 1.181 USD je Feinunze (pinkfarbene Linie) unterboten. Überdies ist nunmehr auch die seit Oktober 2014 bestehende Aufwärtstrend-Linie (violette Linie) nach unten durchbrochen worden (blauer Pfeil).

Hatte bis vor 14 Tagen nur das 50-Wochen-Momentum ein Verkaufssignal (gelber Kreis) generiert, so hat sich nun der 14-Wochen-RSI hinzugesellt (grüner Kreis).

Das Momentum misst Schwung und Dynamik einer Kursbewegung. Der Relative Stärke Index gibt Ihnen Hinweise auf die innere Stärke des derzeit vorherrschenden Trends.

Fazit

Falls Sie im Gold investiert sind, um damit Geld zu verdienen, dann sollten Sie spätestens jetzt den Sicherheitsgurt anlegen, so noch nicht geschehen.

Wenn Sie, wie beim Autofahren, auch beim Investieren eine defensive Herangehensweise pflegen, dann sollten Sie indes schon innerhalb der zurückliegenden 14 Tage (nach meiner Warnung in Chartanalyse-Trends) aus Ihren Goldinvestments ausgestiegen sein. Deshalb:

Nicht nur erst gurten und dann starten. Ein defensives Verhalten (Nutzen der Charttechnik) schützt Sie zusätzlich – sowohl beim Autofahren, als auch beim Investieren!

18. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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