Goldpreis steigt bis Jahresende Richtung 1.400 USD

Der Goldpreis bewegt sich seit einigen Monaten seitwärts. Wie sollen Anleger darauf reagieren? Und was ist zu erwarten? Hier erfahren Sie's: (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Der Goldrausch aus dem Vorjahr ist vorbei. Relativ überraschend war der Goldpreis im 1. Halbjahr 2016 massiv angestiegen, hatte dann aber bis zum Jahresende wieder nachgegeben.

Inzwischen hat sich das Edelmetall wieder stabilisiert, es bewegt sich mit Höhen und Tiefen seit Jahresbeginn weitgehend im Bereich zwischen 1.200 und 1.300 US-Dollar je Feinunze.

Viele Anleger stehen daher vor der Frage, wie sie sich positionieren sollen: Steht die nächste Rally bevor? Oder wirkt die Goldbeimischung eher als Bremsklotz im Depot?

Der ideale Goldanteil

Der empfohlene Goldanteil im Depot richtet sich zunächst einmal danach, ob Sie als Anleger eher defensiv oder risikobereit orientiert sind oder aber auf eine Ausgewogenheit der Pole setzen.

Defensiv orientierte Anleger sollten nach Experten-Meinung einen Goldanteil von 10 – 15% im Depot haben, manch einer empfiehlt gar bis zu 20%.

Wer auf ein ausgewogenes Verhältnis setzt, ist mit 5 – 10% Goldanteil gut abgesichert. Wer stärker gewinnorientiert agiert, sollte jedoch auf Gold verzichten:

Der Kurs ist volatil, es gibt weder Zinsen noch Dividenden und die Lagerung im Falle des physischen Gold-Investments verursacht Kosten, kurzum:

Eine Gold-Investition schützt v. a. vor Totalverlust und fängt im besten Fall Verluste anderer Anlageklassen auf, da der Goldpreis häufig ansteigt, wenn Aktienkurse fallen und umgekehrt.

Zudem gilt Gold nach wie vor als Angst- und Krisen-Währung: Wer den Papierwährungen misstraut und davon ausgeht, dass das System in naher Zukunft kollabiert, sollte auf physisches Gold setzen.

Krisen-Stimmung? – Jein!

Die Krisen-Stimmung im Jahr 2017 ist unterdessen weder Fisch noch Fleisch:

Krisenfreudige Nachrichtenlage stützt den GoldpreisGold mit seinem Status als Krisenwährung profitiert von der schlechten Nachrichtenlage rund um Politik und Handel. › mehr lesen

Einerseits wird die geopolitische Großwetterlage durch die Präsidentschaft Donald Trumps unter Druck gesetzt, andererseits hat er bislang immerhin keinen neuen Krieg angezettelt.

Dass das als positive Meldung einzustufen ist, sagt schon viel aus über seine ersten Monate im Amt…

Allerdings schwelt der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea nun umso mehr, seit der US-Student Otto Warmbier nach 8,5-jähriger Haft in Nordkorea mit schweren Hirnschädigungen an die USA überstellt wurde und wenige Tage später verstarb.

Und auch die Stimmung zwischen Washington und Moskau gilt derzeit als eher frostig.

Keine rosigen Zeiten, doch es hätte auch schlimmer kommen können

Andererseits sind bei wichtigen europäischen Wahlen die befürchteten Worst-Case-Ergebnisse ausgeblieben: Weder in den Niederlanden noch in Frankreich kam es zu dem befürchteten Rechtsruck – ganz im Gegenteil:

Mit dem Wahlsieg des unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron herrscht nun wieder so etwas wie hoffnungsfrohe Aufbruchs-Stimmung in Paris und Berlin.

Für die Bundestagswahl im Herbst scheint aus heutiger Sicht eine Fortsetzung der Großen Koalition unter Führung von Angela Merkel der wahrscheinlichste Ausgang.

Und die BrExit-Verhandlungen scheinen nach dem Wahldebakel in Großbritannien nun auch etwas milder auszufallen als zunächst befürchtet. Es hätte also alles durchaus schlimmer kommen können.

Goldpreis-Ausblick

Für den Goldpreis bedeutet das eher ruhige Zeiten, wenngleich Experten mit Blick auf die kommenden 12 Monate von einer leicht steigenden Tendenz ausgehen.

Der Goldpreis könnte so bis Jahresende weiter in Richtung 1.400 USD steigen.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.