Goldpreis steigt wegen EZB-Geldflut: Was jetzt wichtig ist

Gold hat es bei den Anlegern zurzeit nicht leicht. Seit den Höchstständen 2011 und 2012 – auf dem Höhepunkt der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise – hat der Wert des Edelmetalls deutlich nachgegeben.

Damals lag der Preis je Feinunze mehrfach jenseits von 1.750 Dollar, ehe er 2013 abstürzte und kurzzeitig unter die 1.250-Dollar-Marke rutschte.

Gold wird wieder interessanter

Auch im Herbst 2014 fiel der Goldpreis hinter diese Schwelle zurück und scheiterte in den vergangenen Monaten mehrfach an ihrem Widerstand – doch der ist nun gebrochen. Seit Beginn des Jahres geht es steil aufwärts. Inzwischen hat der Goldpreis sogar die 1.290 Dollar durchbrochen, Tendenz: steigend.

Das Edelmetall wird also wieder interessanter, und das insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Währungen dieser Tage als recht schwankungsanfällig präsentieren.

Der russische Rubel verfällt nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen Sanktionen, die westliche Staaten im Zuge des Ukraine-Konflikts gegen Moskau verhängt haben.

Die Auswirkungen der Entscheidung der Schweizer Notenbank, den Franken nicht länger an den Euro zu koppeln, werden sich erst in den kommenden Monaten vollends entfalten.

Doch bereits jetzt ist klar: Die Schweizer Wirtschaft, allen voran die exportorientierten Unternehmen, ist schwer getroffen. Diverse Banken müssen nun mit hohen Abschreibungen und Verlusten zurechtkommen. Von der Touristikbranche mal ganz zu schweigen – Urlaub in den Schweizer Bergen wird gerade nahezu unbezahlbar für Normalverdiener aus dem Euro-Raum.

EZB-Geldflut lässt Euro sinken – und Gold steigen

Die Schweizer Notenbank hat sich nicht von ungefähr gerade jetzt zu diesem Schritt entschlossen, wenngleich er die meisten Marktteilnehmer wohl eiskalt erwischt hat. Denn noch in dieser Woche entscheidet die Europäische Zentralbank über ihr weiteres geldpolitisches Vorgehen und es gilt als nahezu sicher, dass sie QE-Maßnahmen – Quantitative Easing – anstoßen wird, um einer befürchteten Deflationsspirale entgegenzuwirken.

Das bedeutet: Die EZB wird Anleihen aufkaufen und den Markt mit billigem Geld fluten. Das wird den Euro abwerten und – so hoffen die Währungshüter – die Konjunktur ankurbeln.

Gerade vor diesem Hintergrund erscheint nicht nur die Entscheidung der Schweizer Notenbank nachvollziehbar – auch Gold wird wieder zu einer attraktiven Absicherungsmöglichkeit, denn sein Wert fällt nicht mit dem Euro. Ganz im Gegenteil, wieder einmal dürfte sich das Edelmetall in diesem Fall als „krisensichere Währung“ erweisen.

Nachfrage aus China stützt Goldpreis zusätzlich

Hinzu kommt, dass der Goldpreis in Dollar im vergangenen Jahr zwar nachgegeben hat – doch in Euro legte der Wert zu. Für Anleger aus Deutschland und dem Euro-Raum dürfte das ein weiteres Kaufargument sein, immerhin wird hierzulande üblicherweise in Euro bezahlt.

Nicht nur die anhaltende und demnächst vermutlich noch deutlichere Euroschwäche lässt den Goldpreis steigen, auch die hohe Nachfrage aus China stützt den Wert des Edelmetalls. Als Depotbeimischung lohnt sich das Investment also allemal – gerade wenn man davon ausgeht, dass die Flaute der vergangenen beiden Jahre nun durchbrochen und 2015 ein besseres Goldjahr werden könnte.

20. Januar 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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